Fotografie und Film im Archiv

Irene ZieheUlrich Hägele (Editor)

Fotografie und Film im Archiv

Sammeln, Bewahren, Erforschen

2013,  Visuelle Kultur. Studien und Materialien,  Band 6,  264  pages,  paperback,  mit zahlreichen Abbildungen,  34,90 €,  ISBN 978-3-8309-2926-0

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In der digitalen Welt kommt den öffentlichen und privaten Archiven eine entscheidende Rolle für das Sammeln, Bewahren und Erforschen analoger und digitaler visueller Quellen zu.
Konservatorische und quellenkritische Probleme stellen private wie öffentliche Institutionen vor enorme Herausforderungen. So sind nach wie vor technische und konservatorische Probleme nicht befriedigend geklärt. Entscheidende Fragen zum wissenschaftlich-methodischen Umgang stellen sich: Wie soll man mit visuellem Material verfahren, zu dem wenig oder gar keine Informationen vorhanden sind? Welche Fotografien und Filme sind überhaupt sammelnswert und lassen sich verbindliche Kriterien dafür festschreiben? Wie lassen sich visuelle Quellen erschließen?

Die fundierte Fotografieforschung etablierte sich in der europäischen Landschaft der Wissenschaften erst seit dem letzten Drittel des 20. Jahrhunderts. Ein vorrangiges archivtechnisches Ziel sollte darin liegen, Möglichkeiten für jene zu gewährleisten, die sich wissenschaftlich mit den Beständen beschäftigen wollen. Archive stehen hierzu in der Pflicht, das visuelle patrimoniale Erbe regional wie national zu verwalten und für spätere Generationen zugänglich zu halten.

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Der Tagungsband zeigt deutlich die Chancen, aber auch die Probleme, die das Digitalisieren von Foto- und Filmbeständen mit sich bringt. Natürlich ist die Digitalisierung für die Langzeitarchivierung von Fotobeständen kaum noch in Frage zu stellen, dennoch wird in vielen Aufsätzen deutlich, dass etliche Probleme noch nicht gelöst sind. [...] Immer wieder wird somit in den Beiträgen auf die unverzichtbare Kontextualisierung von Fotografien hingewiesen. Der Tagungsband kann zwar keine allgemeingültigen Lösungen aufzeigen, weil die vorgestellten Bestände recht unterschiedlich sind, doch spiegelt er die Vielfalt der Ansätze wider, die einzelne Institutionen für sich gefunden haben, und ermöglicht es somit anderen, sich an verschiedenen vorgestellten Strategien zu orientieren und die fortschreitende Entwicklung der digitalen Technologie [...] „mit neuen semantischen Fragen zu konfrontieren“. Der gelungene Band fordert zum Querdenken auf und macht deutlich, wie wichtig es ist, dass in jeglicher Form von Archivierung und Erschließung ein Prozess der Reflexion impliziert ist.
Jutta Nunes Matias in: Rheinisch-westfälischen Zeitschrift für Volkskunde, LX/2015

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