Alphabetisierung in der Zweitsprache Deutsch als Schemabildungsprozess

Henrike Pracht

Alphabetisierung in der Zweitsprache Deutsch als Schemabildungsprozess

Bedingungsfaktoren der Schemaetablierung und -verwendung auf der Grundlage der „usage-based theory“

2010,  Alphabetisierung und Grundbildung,  Band 4,  280  pages,  paperback,  29,90 €,  ISBN 978-3-8309-2397-8

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Die Alphabetisierung in der Zweitsprache Deutsch hat in den letzen Jahren verstärkt Aufmerksamkeit erfahren: Für Integrationskurse mit Alphabetisierung liegt vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ein eigenständiges Rahmenkonzept vor und es wurden diverse Weiterbildungslehrgänge für KursleiterInnen etabliert. Nach wie vor fehlt es jedoch an einer kohärenten fachdidaktischen Bearbeitung des Themas. Insbesondere die integrierte Vermittlung von gesprochensprachlichen und schriftsprachlichen Mustern stellt nach wie vor eine Herausforderung dar.

In diesem Band wird auf der Grundlage aktueller Forschungen zum Erwerb sprachlicher Muster ein Ansatz zur Basisalphabetisierung in Deutsch als Zweitsprache vorgestellt, der Lernende darin unterstützt, insbesondere mit typischen sprachstrukturellen Mustern des Deutschen vertraut zu werden. Indem von Anfang an neben der Lautebene auch morphologische und prosodische Aspekte der Wortgestalt einbezogen werden, wird für Lernende transparent, wie die Schrift im Deutschen funktioniert; indem zunächst besonders zentrale Muster des Deutschen fokussiert werden, können Lernende ein tragendes Netzwerk schriftsprachlicher Schemata aufbauen, das sich als geeignete Basis eines zunehmend flexiblen und selbständigen schriftsprachlichen Handelns erweist.


Henrike Pracht ist akademische Mitarbeiterin an der Pädagogischen Hochschule Weingarten mit dem Schwerpunkt „Schriftspracherwerb im Deutschen“. Daneben ist sie als Dozentin im Leipziger Lehrgang für DaZ-Lehrkräfte in Integrationskursen mit Alphabetisierung am Herder Institut Leipzig tätig.

press

[H]ervorzuheben [ist], dass die Vfn. eine neue Sicht auf die beim Schriftspracherwerb ablaufenden Prozesse eröffnet, die wenig literalisierten Lerner(inne)n ein metasprachliches Verständnis für komplexe Strukturen zutraut und sich gleichzeitig in begründeter Weise auf die gespochene Sprache stützt.
Anja Pietzuch in: Deutsch als Fremdsprache, 4/2012.

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