Zur Bedeutung von Religion für jüdische Jugendliche in Deutschland

Christine Müller

Zur Bedeutung von Religion für jüdische Jugendliche in Deutschland

2007,  Jugend – Religion – Unterricht,  Band 11,  344  pages,  E-Book (PDF),  26,90 €,  ISBN 978-3-8309-6763-7

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Jüdisches Leben in Deutschland konstituiert sich seit Anfang der 1990er Jahre neu. Durch die Einwanderung von Juden aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion hat sich die jüdische Gemeinschaft zahlenmäßig vervierfacht und in ihrer Altersstruktur verjüngt.

Die Zukunft der jüdischen Gemeinden in Deutschland erscheint heute erstmals seit Kriegsende offen: Aufblühungs- und Niedergangsprognosen stehen nebeneinander. Mit der jungen Generation von Juden wird sich die Form der religiösen Weiterentwicklung entscheiden. Mit den Jugendlichen verbinden sich innerhalb der Gemeinden viele Hoffnungen auf religiöse Erneuerung, gleichzeitig ist über diese Generation kaum etwas bekannt.

Im Zentrum dieser Arbeit steht deshalb eine qualitative empirische Untersuchung der Bedeutung von Religion für jüdische Jugendliche in Deutschland. Dabei sollen bestehende Konstrukte, die jüdische Religion mit orthodoxer Religion gleichsetzen, aufgebrochen und stattdessen an der Bedeutung von Religion aus der Perspektive von jüdischen Jugendlichen angesetzt werden. Es wird aufgezeigt, dass traditionelle Deutungsmuster zunehmend an Relevanz verlieren und sich eine Individualisierung des Zugangs zur jüdischen Religion unter jüdischen Jugendlichen beobachten lässt.

Die Arbeit wurde mit dem Joseph-Carlebach-Preis der Universität Hamburg für herausragende wissenschaftliche Beiträge zur jüdischen Geschichte, Religion und Kultur ausgezeichnet.

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Die Autorin kann eindrucksvoll nachweisen, "dass es nicht angemessen ist, jüdische Religion mit orthodoxer Religion gleichzusetzen, sondern dass sich Individualisierungstendenzen unter jüdischen Jugendlichen erkennen lassen. [...] Eindimensionale Bilder von Juden und Judentum sollten deshalb aufgebrochen werden" (296). Nicht zuletzt dazu trägt die Verfasserin mit ihrer Studie bei.
Martin Schreiner in: Theo-Web. Zeitschrift für Religionspädagogik 6(2007). S.154f.