Die sexuelle Sozialisation in der weiblichen Adoleszenz

Annette Müller

Die sexuelle Sozialisation in der weiblichen Adoleszenz

Mädchen und junge Frauen deutscher und türkischer Herkunft im Vergleich

2009,  Internationale Hochschulschriften,  Band 468,  424  pages,  E-Book (PDF),  27,90 €,  ISBN 978-3-8309-6692-0

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Die Zerschlagung von Gewissheiten ist konstitutives Merkmal postmoderner Gesellschaften. Vor diesem Hintergrund und speziell vor dem Migrationshintergrund der Mädchen und jungen Frauen türkischer Herkunft zielt die Untersuchung darauf ab, herauszufinden, ob und wie es den Jugendlichen in ihrer sexuellen Sozialisation gelingt, widersprüchliche Botschaften in ein individuelles Identitätskonzept zu integrieren. Anhand 18 qualitativer Interviews mit jeweils neun Mädchen und jungen Frauen deutscher und türkischer Herkunft werden entwicklungsbezogene Gemeinsamkeiten, kulturelle Differenzen und individuelle Besonderheiten differenziert herausgearbeitet. Von den empirischen Ergebnissen ausgehend werden Ansätze zur interkulturellen, sexualpädagogischen Mädchenarbeit verfasst und Empfehlungen für Schule und Jugendarbeit formuliert.

press

Pluralität ist ein elementares Merkmal der sexuellen Sozialisation von Mädchen und jungen Frauen deutscher und türkischer Herkunft. Diese Erkenntnis gewinnt Annette Müller [...] und formuliert daraus lesenswerte Konsequenzen für Schule und Jugendarbeit. Der Band bietet damit Impulse für Theorie und Praxis einer interkulturellen (Sexual-)Pädagogik. [...] Die Studie zeigt aber auch deutlich, dass die Unterscheidungslinien in der sexuellen Sozialisation nicht immer zwischen Mädchen türkischer und Mädchen deutscher Herkunft verlaufen, wie dies in der Öffentlichkeit oftmals diskutiert wird. Dieser Band wird deshalb auch ein wichtiger Beitrag zur Debatte um Kopftücher, muslimische Schwimmstunden im öffentlichen Schwimmbad und Ähnliches sein, weil er einen Effekt pluraler Gesellschaften herausstellt, der gerade im Zusammenhang mit muslimischen Mädchen und Frauen nicht mehr berücksichtigt zu werden scheint, nämlich den Effekt der Individualisierung, der in pluralen Gesellschaften eintritt, und bei der, so zeigt auch diese Studie, auch in Deutschland lebende türkisch stämmige Mädchen und junge Frauen keine Ausnahme bilden.
Katja Feld in: Sozialmagazin. 32. Jg. 1/2007.