Heterogenität macht Schule

Birgit Warzecha (Editor)

Heterogenität macht Schule

Beiträge aus sonderpädagogischer und interkultureller Perspektive

2003,  Novemberakademie,  Band 3,  286  pages,  E-Book (PDF),  19,80 €,  ISBN 978-3-8309-6284-7

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Die sprachliche, individuelle, soziale und kulturelle Heterogenität der Schülerschaft ist kennzeichnend für die Schule von heute. Der Buchtitel "Heterogenität macht Schule. Beiträge aus sonderpädagogischer und interkultureller Perspektive" fokussiert insbesondere die damit verbundenen Herausforderungen an eine Pädagogik der Vielfalt, die das gemeinsame Lernen einer heterogenen Schülerschaft als Chance für ein demokratisches Erfahrungsfeld versteht.

Doch damit einher gehen veränderte Aufgaben der Pädagoginnen und Pädagogen, neue wissenschaftliche Fragestellungen und ein Veränderungsbedarf struktureller Merkmale und inhaltlicher Orientierungen des Schulsystems. Dieser Veränderungsbedarf, der nicht zuletzt durch die Ergebnisse der PISA-Studie (international) und der LAU-Ergebnisse (Hamburg) begründet wird, bezieht sich vor allem auf die Stärkung von Unterricht, auf die intensive Förderung von Risikogruppen, auf den Integrationsauftrag der allgemeinen Schulen sowie neue Unterstützungsangebote im Übergang von Schule und Beruf.

Dieser Band wendet sich an Lehrerinnen und Lehrer, die sich der besonderen Förderung in heterogenen Lerngruppen an allgemeinen Schulen und an Sonderschulen verpflichtet fühlen, ebenso wie an Studierende und Referendarinnen/Referendare sowie Aus- und Fortbilder. Er enthält Beiträge von Erziehungswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern, denen die Förderung von Schülerinnen und Schülern im Spektrum sprachlicher, individueller, sozialer und kultureller Heterogenität ein besonderes Anliegen ist. Ferner stellen sich innovative Projekte aus Hamburg vor, die bereits jetzt "eine Kultur des Miteinanders des Verschiedenen" praktizieren.

press

Für mich war die Lektüre einerseits Bestätigung, gruppenpädagogische Lernkonzepte auch weiterhin offensiv zu vertreten, dabei das Augenmerk darauf zu richten "mit den Stärken des Einzelnen zu arbeiten" (Gruppenpädagogik des Hauses Schwalbach) und genügend Raum für individuelle Suchprozesse zu gewähren. Andererseits wird die Fruchtbarkeit, Notwendigkeit, ja Unumgänglichkeit deutlich, pädagogisch Vielfalt, Differenz und Andersartigkeit, wertzuschätzen. Die politische Brisanz der Problematik tritt vielerorts hervor - entgegen der mainstream-Auslegung, Konkurrenz und Leistungsdruck zu verstärken.
Guido Schmitt, in: Interkulturell und Global, Heft 1/2, 2005, S. 304ff.

Die Lektüre der Sammelveröffentlichung kann denjenigen empfohlen werden, die einen Überblick über die mehrperspektivischen Zugänge der Erziehungswissenschaften bei der theoriegeleiteten Reflexion von Heterogenität im Bildungsbereich erhalten wollen.
Ingrid Wiedenroth-Gabler in: Grundschule 6/2005, S. 61.