Guatemala: Interkulturelle Bildung in einer ethnisch gespaltenen Gesellschaft

Meike Heckt

Guatemala: Interkulturelle Bildung in einer ethnisch gespaltenen Gesellschaft

2000,  Interkulturelle Bildungsforschung,  Band 6,  260  pages,  E-Book (PDF),  22,90 €,  ISBN 978-3-8309-5846-8

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Das mittelamerikanische Land Guatemala ist auch nach Beendigung eines mehr als 30 Jahre andauernden Bürgerkrieges im Jahr 1996 geprägt durch tiefgreifende soziale Konflikte. Eine der größten Herausforderungen der Nachkriegszeit liegt in der Überwindung einer historisch gewachsenen ethnischen Spaltung der guatemaltekischen Gesellschaft. Auf dem Weg zu einer Veränderung der ethnischen Beziehungen spielen Reformen im Bildungswesen eine wichtige Rolle. Das Buch handelt von den Möglichkeiten und Schwierigkeiten, mit denen sich das multiethnische Guatemala an ein interkulturelles Bildungswesen annähert.

Es werden die Positionen von unterschiedlichen Akteuren im Feld der Auseinandersetzungen um Bildungsreformen beleuchtet und ihre Perspektiven auf eine pluriethnische Gesellschaft zueinander in Beziehung gesetzt. Eine ausführliche historische Herleitung der aktuellen gesellschaftlichen Verhältnisse Guatemalas erläutert die Bedingungen, denen das Bildungssystem unterworfen ist und den politischen Hintergrund der vertretenen Positionen. Auch dem wenig mit dem Land vertrauten Leser wird dabei ein fundierter Einstieg in die spezifischen Problemlagen Guatemalas ermöglicht. Darüber hinaus versteht sich die theoretisch fundierte Arbeit als ein am Fallbeispiel Guatemalas ausgerichteter Beitrag zu den im internationalen Kontext verstärkt diskutierten Zusammenhängen von Bildung, Pluralität und Herrschaft.

"Die Studie leistet einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Bedeutung von Bildung im Kontext sozialen Wandels und verdeutlicht, dass Bildungsmaßnahmen nicht politische Veränderungen ersetzen können. Insofern ist die Studie nicht nur von länderspezifischer, regionaler Relevanz, sondern sie bietet theoretisch und methodisch fruchtbare Ansatzpunkte für weltweite Betrachungen der Zusammenhänge von Bildung, Pluralität und Herrschaft. Die klare und flüssige Sprache, die durch anschauliche Beispiele aufgelockerte Darstellung und die sorgfältige Herleitung des historischen Kontextes macht die Lektüre auch für die fachfremde Leserschaft spannend und empfehlenswert."

Christine Hatzky in: Lateinamerika. Analysen, Daten, Dokumentationen. 4,2001. S.83.