Hagestolz und Alte Jungfer

Katrin Baumgarten

Hagestolz und Alte Jungfer

Entwicklung, Instrumentalisierung und Fortleben von Klischees und Stereotypen über Unverheiratetgebliebene

1997,  Internationale Hochschulschriften,  Band 240,  340  pages,  E-Book (PDF),  zahlr. Abb.,  26,90 €,  ISBN 978-3-8309-5514-6

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Klischees und Stereotypen sind ein in hohem Maße kulturelles Phänomen, das die Normen und Werte einer Gesellschaft, deren Einforderung und Wandel spiegelt. Am Beispiel der ‘Figuren’ des Hagestolzes und der Alten Jungfer zeichnet die Autorin die Entwicklung und Rezeption solcher Stereotypen von der vorbürgerlichen Gesellschaft bis in die Gegenwart nach. Dienten diese ursprünglich der Verspottung und Diskriminierung vor allem weiblicher Unverheiratetgebliebener, um deren Normverstoß zu ahnden, konnten sie seit dem 19. Jahrhundert auch gegen neue Formen der Normabweichung instrumentalisiert werden. So leistete das Schreckbild der Alten Jungfer in der Auseinandersetzung mit der Frauenemanzipationsbewegung jahrzehntelang gute Dienste. Die Arbeit wirft damit auch ein Schlaglicht auf die Problematik der Geschlechterdifferenz. Die Frage, wie sich die moderne ‘Singlekultur’ zu den überkommenen Klischees stellt, beschließt den auf breiter Quellenbasis erarbeiteten und reich illustrierten Band.