Studien zur Geschichte und Kultur Nordwesteuropas

Veröffentlichungen des Instituts für niederrheinische Kuturgeschichte und Regionalentwicklung der Universität Duisburg-Essen, Standort Duisburg

herausgegeben von Horst Lademacher


Der im Reihentitel aufgenommene Raum umfasst die nordwestdeutschen Landschaften, die Benelux-Länder sowie Großbritannien. Der Zeitrahmen reicht von der frühen Neuzeit bis in die jüngste Gegenwart hinein. Der Begriff Kultur versteht sich als die Gesamtheit der typischen Lebensformen einer Bevölkerung einschließlich der sie tragenden Werthaltungen und kollektiven Vorstellungen. Dabei ist für den Herausgeber der Reihe völlig unerheblich, ob es sich um Elitekultur, Volkskultur, bürgerliche Kultur oder was sonst an etitheta ornantia grassiert, handelt. Sitten und Gebräuche und materielle Kultur sind ebenso vorzustellen wie darstellende Kunst, Literatur und Musik, und schließlich ist nachhaltig zu betonen, dass Manuskripte zur politischen Kultur eingeworben werden sollen. Es handelt sich bei letztgenannter Thematik nicht um die Einspielung eines modischen Aperçus, was man glauben könnte, weil das Vokabular des politischen Alltags das Wort von der politischen Kultur in die erste Reihe rückt. Vielmehr geht es um den Versuch, in dem abgesteckten geographischen Raum und zeitlichen Rahmen politische Verhaltensweisen und Entscheidungsprozesse, die Befolgung von Spielregeln oder Abweichungen davon in ihrer Vielfalt darzustellen und zugleich ihre Vergleichbarkeit und Nachahmung zu befragen. Politische Kultur wird also nicht als nackte Aktion staatlicher Akteure verstanden, sondern als Verhaltensweise im Politik-Betrieb der Gesellschaft, was auch Form und Gestalt des politischen Kurses impliziert.

Dieser Aspekt sei hier nachhaltig vertieft, dagegen ein weiterer Themenbereich genannt, der in der Reihe erfasst werden soll. Es werden Studien vorzulegen sein, die komparatistisch angelegt sind. Das heißt, der "Gesamthabitus einer sozialen Gemeinschaft", um hier die Lamprechtsche Definition für Kulturraum oder Geschichtslandschaft einzubringen, ist im landeswissenschaftlichen Vergleich vorzustellen. Dabei sind unter "sozialer Gemeinschaft" sowohl die nationalen als auch die regionalen Einheiten zu verstehen. Die regional begrenzten Einheiten lassen sich dabei durchaus auch als grenzüberschreitend begreifen. Das gilt für Vergangenheit und Gegenwart gleichermaßen. Und es ist zu untersuchen, inwieweit sich Traditionen des Grenzüberschreitenden bis in die Gegenwart erstrecken.

Insgesamt sind in der neuen Reihe Untersuchungen vorzustellen, die Nation und Region im eigenen Raum und grenzüberschreitend kulturhistorisch und kulturpolitisch gleichermaßen betrachten. Dies ist eine weit gesteckte Aufgabe, die letztlich dem Ziel dienen soll, die historischen und mentalen Bedingungen der in der Großen Politik angestrebten europäischen Union deutlich zu machen.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage des Instituts für niederrheinische Kuturgeschichte und Regionalentwicklung der Universität Duisburg-Essen, Standort Duisburg.


Lieferbare Bände:
  1. Gebhard Moldenhauer, Jan Vis (Hrsg.): Die Niederlande und Deutschland. Einander kennen und verstehen
  2. Hein Hoebink (Hrsg.): Fokus Europa / Focus Europa. Öffentliche Ordnung und innere Sicherheit als Spiegel politischer Kultur in Deutschland und in den Niederlanden nach 1945
    Openbare orde, veiligheid en normhandhaving als spiegel van de politieke cultuur in Duitsland en in Nederland na 1945
  3. Ulrike Hammer: Kurfürstin Luise Henriette. Eine Oranierin als Mittlerin zwischen den Niederlanden und Brandenburg-Preußen
  4. Burkhard Dietz, Helmut Gabel, Ulrich Tiedau (Hrsg.): Griff nach dem Westen. Die "Westforschung" der völkisch-nationalen Wissenschaften zum nordwesteuropäischen Raum (1919–1960)
  5. Christiaan Janssen: Abgrenzung und Anpassung. Deutsche Kultur zwischen 1930 und 1945 im Spiegel der Referatenorgane Het Duitsche Boek und De Weegschaal
  6. Uwe Ludwig, Thomas Schilp (Hrsg.): Mittelalter an Rhein und Maas. Beiträge zur Geschichte des Niederrheins
    Dieter Geuenich zum 60. Geburtstag
  7. Horst Lademacher, Renate Loos, Simon Groenveld (Hrsg.): Ablehnung – Duldung – Anerkennung. Toleranz in den Niederlanden und in Deutschland.
    Ein historischer und aktueller Vergleich
  8. Wilhelm Amann, Gunter E. Grimm, Uwe Werlein (Hrsg.): Annäherungen. Wahrnehmung der Nachbarschaft in der deutsch-niederländischen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts
  9. Ralph Trost: Eine gänzlich zerstörte Stadt. Nationalsozialismus, Krieg und Kriegsende in Xanten
  10. Dirk Maczkiewitz: Der niederländische Aufstand gegen Spanien (1568–1609). Eine kommunikationswissenschaftliche Analyse
  11. Irmgard Hantsche (Hrsg.): Johann Moritz von Nassau-Siegen (1604–1679) als Vermittler. Politik und Kultur am Niederrhein im 17. Jahrhundert
  12. Gerhard Brunn, Cornelius Neutsch (Hrsg.): Sein Feld war die Welt. Johann Moritz von Nassau-Siegen (1604–1679). Von Siegen über die Niederlande nach Brasilien und Brandenburg
  13. Martina B. Klug: Armut und Arbeit in der Devotio moderna. Studien zum Leben der Schwestern in niederrheinischen Gemeinschaften
  14. Horst Lademacher: Phönix aus der Asche? Politik und Kultur der niederländischen Republik im Europa des 17. Jahrhunderts
  15. Renate Loos: Deutschland zwischen "Schwärmertum" und "Realpolitik". Die Sicht der niederländischen Kulturzeitschrift De Gids auf die politische Kultur des Nachbarn Preußen-Deutschland 1837–1914
ISSN 1617-3112
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