"Alle Geschichtsschreibung ist Rekonstruktion und ist damit auch immer gegenwärtige Interpretation von Vergangenheit auf der Grundlage von Fragen und Quellen. Doch wer interpretiert, beansprucht auch Deutungsmacht über Vergangenes, indem er sich zugleich an Erwartetem orientiert. Daher ist auch Technikgeschichte – ebenso wie Naturwissenschaftsgeschichte oder Medizingeschichte – in diesem Sinne politisch, man denke nur an die mit Technik verbundenen und geweckten Zukunftshoffnungen oder an die durch sie eröffneten gesellschaftlichen wie individuellen Handlungsspielräume im technisch-industriellen Zeitalter." Lassen sich solche Erwartungen und Einflüsse in den dreißig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs auffinden und in welchem Kontext traten sie auf? Wer waren die Protagonisten und auf welche Widerstände traf die Etablierung des akademischen Faches Technikgeschichte in Ost wie West? PressestimmenNun ist auch die Technikgeschichte in ihrem Tertiärstadium angekommen. Wolfhard Weber und Lutz Engelskirchen haben deren Etablierung an deutschen Hochschulen bis ins Jahr 1975 nachgezeichnet. […] Die Verschränkung zwischen bundesdeutscher und DDR-Entwicklung ist den Autoren […] vorbildlich gelungen, zumal gerade die Technik sich als Bereich der potentiellen Konvergenz erwies. […] Mit den zahlreichen Literaturhinweisen und den im Anhang beigefügten Dokumenten ist hier ein umfassendes Handbuch zum ersten Teil der Fachgeschichte entstanden. Für jeden, der sich mit Technikgeschichte beschäftigt, ist das Buch […] mit Gewinn zu lesen. Zusätzlichen Reiz gewinnt die Arbeit dadurch, daß sie sowohl die BRD (vor allem von Engelskirchen verfasst) als auch die DDR (von Wolfhard Weber) behandelt. Weber and Engelskirchen present many interesting details on the institutional development of the history of technology. 2000, Cottbuser Studien zur Geschichte von Technik, Arbeit und Umwelt, Bd. 15, 448 Seiten, br., 25,50 EUR, ISBN 978-3-89325-992-2
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