Musik birgt ein kommunikatives Potential, das seit jeher therapeutisch genutzt wird. Besonders für Menschen mit eingeschränkten sprachlichen Fähigkeiten eröffnet das Medium Musik in der musiktherapeutischen Anwendung neue Ausdrucks- und Kommunikationsmöglichkeiten. Diese entwicklungsfördernde Wirkung untersucht die Autorin im Rahmen einer klinischen Evaluationsstudie zur Behandlung mehrfach behinderter Kinder mit Orff-Musiktherapie. Dabei gelingt es ihr durch eine innovative Forschungsmethodik erstmals, die Wirkzusammenhänge musiktherapeutischer Behandlung mikroanalytisch aufzuzeigen und empirisch nachzuweisen. Das von der Autorin entwickelte Modell verbindet Wirkprinzipien musiktherapeutischen Vorgehens mit entwicklungspsychologischen Erklärungsansätzen und eröffnet so neue Perspektiven für musiktherapeutische Forschung und Praxis. AutoreninfoChristine Plahl, Jahrgang 1964, promovierte mit der vorliegenden Arbeit an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Die Diplom-Psychologin und Musiktherapeutin arbeitete mehrere Jahre in einer Einrichtung mit mehrfach behinderten blinden und stark sehgeschädigten Kindern und Jugendlichen. Zur Zeit ist sie als Psychotherapeutin in freier Praxis sowie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität München tätig. PressestimmenNiemand wird bei Kindern mit Schwerstmehrfachbehinderung auch ernsthaft behaupten, musiktherapeutische Angebote wären unnötig oder gar entwicklungshemmend. Christine Plahl – mittlerweile Professorin für Psychologie an einer Fachhochschule – hat in ihrer langjährigen praktischen Erfahrung in der Arbeit mit mehrfachbehinderten, blinden Kindern einen musiktherapeutischen Ansatz, die Orff-Musiktherapie, angewendet und erlebt, wie musikalische Aktivitäten den kommunikativen Austausch mit behinderten Kindern erweitern und intensivieren können. […] Das vorgelegte Buch ist jedoch nicht nur mit Blick auf die Evaluation musiktherapeutischer Arbeit ein Meilenstein, indem es die Behandlungsform auf entwicklungspsychologische Modelle bezieht und mit quantitativen empirischen Daten ihre Wirksamkeit belegt. Darüber hinaus hat die vorgelegte Arbeit Modellcharakter für die Frage, wie eine Evaluation von Ansätzen zur Entwicklungsförderung behinderter Kinder angelegt werden sollte. […] Anlage und Darstellung der Untersuchung verdienen größte Anerkennung und sollten zum Vorbild genommen werden für weitere Evaluationsstudien in den verschiedenen Formen der Entwicklungsförderung behinderter Kinder. 2000, Musik als Medium, Bd. 3, 264 Seiten, br., 25,50 EUR, ISBN 978-3-89325-907-6
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