Für einen Zeitraum von mehr als 300 Jahren gibt dieses Buch erstmals einen Einblick in die Entwicklung der Wasser- und Windmühlen im Münsterland. Anzahl, Art und Ausstattung dieser naturkraftbetriebenen Mühlen werden unter anderem mit Hilfe von Tabellen, Verbreitungskarten und zahlreichen Abbildungen dargestellt. Durch die Auswertung umfangreicher archivalischer Quellen zu Antriebsart, Verwendungszweck und Standort der Mühlen ergaben sich neue, teilweise überraschende Einsichten.
Ein bislang völlig unbekannter Bautyp der Wassermühle, die Hängemühle, konnte durch eine Neuinterpretation bereits bekannter Bildquellen und mit Hilfe archivalischer Belege nachgewiesen werden. Getreide- und Ölmühlen benötigte man zur Sicherung des Grundnahrungsmittelbedarfs flächendeckend im gesamten Münsterland. Warum aber waren Walkemühlen nur an bestimmten Orten zu finden? Und was hatte es mit den in der Fachliteratur unbeachteten Bokemühlen auf sich? Weshalb war das Münsterland trotz der Nähe zu den Niederlanden kein Windmühlenland? Darauf finden sich hier neue, begründete Antworten. AutoreninfoPeter Theißen, Jg. 1956, Studium der Volkskunde, der Mittleren, Neueren, Sozial- Wirtschafts- und Landesgeschichte, Geographie, Kunstgeschichte und Germanistik an der Julius-Maximilians-Universität zu Würzburg und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Promotion in Volkskunde 1996 mit der vorliegenden Studie, für die er mit dem Dissertationspreis der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (1999) und dem Jodokus-Hermann-Nünning Preis (2000) ausgezeichnet wurde. Seit 1993 wissenschaftlicher Mitarbeiter in verschiedenen Museen (Rheinisches Freilichtmuseum Kommern; Rheinisches Industriemuseum: Textilfabrik Brügelmann in Ratingen und im Museum der Schwerindustrie, Oberhausen; stadthistorisches Museum Voswickelshof, Dinslaken). PressestimmenSein [Peter Theißens] ergiebiges und reich bebildertes Buch schließt eine riesige Lücke. (…) Bei seiner Arbeit stützt er sich auf technische Zeichnungen, die die Funktionsweise der alten Mühlentechnik auch in Details authentisch darstellen. Viele dieser Zeichnungen und auch Karten sind abgebildet. Nicht wenige davon waren bis vor kurzem völlig unbekannt. Die großen Vorzüge dieser Arbeit liegen in den Detailanalysen. […] Zahlreiche technische Zeichnungen und Tabellen ergänzen dieses äußerst informative Werk Wenn man bedenkt, daß alle Aussagen der Publikation verifiziert und mit sicheren Quellenangaben belegt sind (dort, wo dies nicht der Fall ist, macht Theißen dies deutlich), so wird der interessierte Leser schnell ermessen, welche Feinarbeit und wieviel an Archivforschung in dieser Arbeit steckt. Peter Theißen hat mit dieser umfangreichen Studie […] die Mühlengeschichte in allen ihren Aspekten überzeugend dargestellt. […] er [hat] zunächst , die von ihm erfassten 390 Mühlen (Tabelle 1) in zeitlich geschichteten Verbreitungskarten lokalisiert, […]. Die Karten sind dem Buch beigefügt und geben ein informatives, eindrucksvolles Bild für die verschiedenen Mühlenarten im Wandel ihrer Entwicklung. […] In allen Teilen werden mit großer Sorgfalt die technischen Einzelheiten der Anlagen und ihres Betriebes dargestellt Die […] volkskundliche Dissertation von Peter Theißen […] erschließt den ehemaligen Bestand der Wasser- und Windmühlen des Münsterlandes […] Damit wird für eine Region ein Überblick geschaffen, der einen Einblick in die Lebensbereiche der Müller erlaubt, der bislang verschlossen bleib, da vergleichbare umfangreiche Arbeiten bisher nicht vorliegen. […] Pionierleistung […] für die Mühlengeschichte. Auf den ersten Blick scheint ein recht begrenztes Thema abgehandelt zu werden, doch schnell zeigt sich, daß eine breit angelegte Bearbeitung dem Forschungsstand ungemein viel abgewinnt. Peter Theißen ist eine verdienstvolle Arbeit gelungen, die historische und volkskundliche Fragen zum Mühlenwesen behandelt. […] Für Mühlenforscher im Münsterland ist die Arbeit ein besonderer Glücksfall. Denn Theißens Buch wird sich mit Sicherheit als Standardwerk erweisen für alle künftigen Regionalstudien zum Mühlenwesen. Theißen verbindet äußerst fleißige Archiv- und Literaturarbeit mit hoher Qualität der narrativen Darstellung und grafischen und tabellarischen Dokumentation seiner Ergebnisse. Präzise werden Erkenntnisinteresse, Forschungsstand und Methode offengelegt. Die klare Darstellung macht die Ergebnisse nicht nur nachvollziehbar, sondern die Lektüre über weite Strecken auch spannend, ermöglicht ferner konkrete Diskussion und Gegenthese. 2001, Beiträge zur Volkskultur in Nordwestdeutschland, Bd. 101, 596 Seiten, 7 Karten in Tasche, 89 Abb., geb., 34,80 EUR, ISBN 978-3-89325-900-7
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