Verbreitete Moralentwicklungstheorien (allen voran der Ansatz Kohlbergs) unterstellen, daß sich die moralische Urteilsfähigkeit in sukzessive komplexeren kognitiven Strukturen entwickelt. Gleichwohl ist bislang unklar geblieben, wie sich der Entwicklungsprozeß von einer Stufe zur nächsthöheren im einzelnen vollzieht und was genau mit jeder neuen Stufe hinzukommt. Die vorliegende Arbeit versucht einen Beitrag zur Lösung dieser beiden Probleme zu leisten, indem in Anlehnung an Piaget zunächst eine allgemeine Entwicklungslogik erarbeitet und diese anschließend auf den moralischen Kontext "genetisch" angewandt wird. Dabei ergibt sich eine neue, vom Kohlbergschen Modell abweichende Stufentaxonomie.
AutoreninfoDr. Gerhard Minnameier, geb. 1962, ist wissenschaftlicher Assistent am Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Abt. Wirtschaftspädagogik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und befaßt sich u. a. mit Fragen des Aufbaus kognitiver Strukturen, sowohl unter systematischen Aspekten als auch speziell im Hinblick auf berufsrelevante Inhaltsdomänen. 2000, Pädagogische Psychologie und Entwicklungspsychologie, Bd. 21, 216 Seiten, br., 25,50 EUR, ISBN 978-3-89325-887-1
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