TIMSS, d.h. die Third International Mathematics and Science Study, gilt als die bislang größte und ambitionierteste internationale Schulleistungsuntersuchung. Studien dieser Art sind in besonderer Weise dem diagnostischen Anspruch der Fairneß verpflichtet.
Die vorliegende Arbeit beantwortet zunächst die Frage, mit welch avancierten testtheoretischen Modellen und diagnostischen Vorgehensweisen dieser Anspruch eingelöst wird. In einem zweiten Schritt werden diese Ergebnisse übertragen auf die beiden zentralen Handlungsebenen pädagogischer Evaluation, die jedem Lehrer zugänglich sind: Für die unter diagnostischen und pädagogischen Gesichtspunkten fragwürdige unterrichtliche Leistungsbewertung und für die teilweise kritisch gehandhabte Schulevaluation werden konkrete Verfahren zur Verbesserung deren diagnostischer Qualität und damit der Fairneß aufgezeigt. AutoreninfoKarl-Heinz Arnold, geb. 1952; Studium der Mathematik, Erziehungswissenschaft und Psychologie in Freiburg, Berlin und Marburg; 1. Staatsprüfung als Lehrer, Diplompädagoge, Diplompsychologe; Promotion 1981; 1980 Wiss. Mitarbeiter für Diagnostik am Fachbereich Psychologie der Universität Marburg; 1982 Schulpsychologe in Bremerhaven; seit 1997 Leiter des Schulbegleitforschungsprojektes „Integrierte Leistungsbeurteilung in der Sek-I"; seit 1998 Lehrbeauftragter für pädagogisch-psychologische Diagnostik an der Universität Bremen, dort Habilitation 1999; seit April 1999 Referent beim Senator für Bildung, Bremen. Weitere Arbeitsgebiete: Lern- und Verhaltensstörungen, Grundschulforschung. Pressestimmen"Die im Untertitel lautende Forschungsarbeit "Diagnostische Konsequenzen von Schulleistungsstudien für unterrichtliche Leistungsbewertung und binnenschulische Evaluation" ist allen Lehrern, Schulleitungen und in der Bildungsadministration Tätigen zu empfehlen, die sich in ihrem Berufsalltag mit Fairneßaspekten der Qualitätssicherung auf den verschiedenen Systemebenen von Schule befassen." "Das Ergebnis von Arnolds' Fairneßprüfung ist eine Fülle von Informationen über methodische Aspekte international vergleichender Leistungsbemessung, wie sie im deutschen Sprachraum zum ersten Mal vorzufinden ist." "Allerdings: Leichte Kost ist dieses Buch nicht. Es setzt nicht wenig Methodenwissen voraus und verbleibt konsequent auf hohem Anspruchsniveau. Der Autor muss dies gewusst haben, denn er arbeitet mit zahlreichen Lesehilfen, die auch die gezielte Suche nach Inhalten erleichtern. Wenn der Rezensent einen Wunsch frei hätte, würde er um eine Folgeveröffentlichung mit angemessenem Zeitverzug bitten, um darin viel über eine praxisnahe Evaluation des Arnoldschen Ansatzes zu finden. Als Denkmodell ist er nämlich viel zu schade." Der Band von Arnold erweist sich als systematisch aufgebauter und fundiert ausgearbeiteter Überblick zum Stand der Forschung und der dort inzwischen etablierten methodischen Standards im Bereich von Schulleistungsuntersuchungen bzw. diagnostischer Verfahren zur Leistungsfeststellung. […] Insbesondere leistet Arnold mit seinem Band […] einen wichtigen Beitrag zur (erneuten) methodischen Reflexion der Beurteilungspraxis in Schule und Unterricht. Die Anregungen, die er aus den Parallelen mit Studien nach aktuellen methodischen Standards gewinnt, sind ohne Frage weiterführend und insofern nicht nur für Methodiker und Fachwissenschaftller, sondern auch für Lehrer empfehlenswert. 1999, Pädagogische Psychologie und Entwicklungspsychologie, Bd. 9, 200 Seiten, br., 25,50 EUR, ISBN 978-3-89325-728-7
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