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Kerstin Kellermann, Peter Nitschke (Hrsg.)

Zur Natur des Föderalen

Beiträge aus Theorie und Praxis. Festschrift für Karl Hahn zum 60. Geburtstag 1997


Zum Ausgang dieses Jahrhunderts, das zugleich das Ende des europäischen Milleniums darstellt, ist der Föderalismus zu einer der meist diskutierten politischen Optionen avanciert. Dies gilt vor allem hinsichtlich der Innovationsfähigkeit der etablierten Politikstrukturen, d. h., es geht hierbei direkt oder indirekt immer auch um die nationalstaatliche Substanz. Davon sind sowohl die Föderalstruktur der Bundesrepublik Deutschland als Binnensystem und die Ordnungsstruktur in der europäischen Union insgesamt, als auch das weitere Procedere der europäischen Integration betroffen. Selbst im globalen Zusammenhang stellt sich nicht zuletzt die Frage nach einem weiteren Ausbau von föderalen Elementen. Die in diesem Bande formulierten Darstellungen verschiedener Prinzipien der Föderaltheorie und deren Auswirkungen auf die gegenwärtige politische Praxis dienen der facettenreichen Präsentation von substantiellen Strukturfragen für eine angemessene Politik im kommenden Jahrhundert.

Die Festschrift ist Karl Hahn anläßlich seines 60. Geburtstages gewidmet. Der Lehrstuhlinhaber für Politische Theorie am Institut für Politikwissenschaft der Universität Münster hat sich zeitlebens intensiv sowohl mit den ideenhistorischen als auch den aktuellen Implikationen des Föderalismus in Theorie und Praxis befaßt. Die hier zusammengestellten Beiträge, die aktuelle Diskussions- und Forschungsfragen dokumentieren, stammen von Schülerinnen und Schülern aus dem Umfeld des Jubilars und aus seinem Kollegenkreis.


Aus dem Inhalt

I. Föderale Herausforderungen – Nationale Überforderungen

Gerhard W. Wittkämper
Neue Vernetzungen: Transnationale und globale Politiken als Herausforderung an die "alten" Kooperationsformen der Bundesländer

Norbert Konegen
Der bundesrepublikanische Länderfinanzausgleich – gelebter Föderalismus oder Beihilfe zur Konkursverschleppung?

Peter Nitschke
Der segmentierte Demos. Abschied vom traditionellen Konzept der Moderne

Kerstin Kellermann
Unzeitgemäße Überlegungen zu einer föderativen Politischen Kultur der Lebenszeiträume

II. Die Föderalperspektiven Ost-Mitteleuropas

Rüdiger Kipke
Dimensionen des föderativen Prinzips: Friedrich Naumann und Tomáš G. Masaryk zur Föderalisierung (Mittel-)Europas

Ludwig Steindorff
Die Staaten Ost- und Südosteuropas in der Spannung zwischen Selbstverständnis und Erwartung der Anderen

Karsten Roesler
Föderalismus als conditio sine qua non? Die Russische Föderation zwischen territorialer Integrität und nationaler Selbstbestimmung

III. Theorie-Alternativen in der politischen Ideengeschichte

Eberhard Simons
Wirklichkeit und Begriff des Bundes. Zur politischen Dialektik und Dramatik von Ent-Bindung und Bindung

Gerhard Biller
Systema foederatorum. Natur der Sache und System im Recht und im Foederalen bei G. W. Leibniz

Erzsébet Rósza
"Recht des Subjekts" und "politische Gesinnung". Zum Problem der Subjektivität in Hegels Rechtsphilosophie

Inge Otte-Witte
P.-J. Proudhons Kriegs- und Friedenstheorie im Verhältnis zu Margarete Mitscherlichs Konzeption einer friedfertigen – weiblicheren – Gesellschaftsordnung

Young-Il Kim
Durch Absonderung zur Gemeinschaft. Der Föderative Sozialismus Gustav Landauers

Rosita Oppizzi
Zur Föderaltheorie von Denis de Rougemont und deren europäische Relevanz


1997, 228 Seiten, br., 29,90 EUR, ISBN 978-3-89325-576-4

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