Cover   

Anna-Sabine Ernst

"Die beste Prophylaxe ist der Sozialismus"

Ärzte und medizinische Hochschullehrer in der SBZ/DDR 1945–1961


Wohl kein Berufsstand in der DDR hatte ein so ausgeprägtes Standesbewußtsein wie die Ärzteschaft. Die Autorin geht der Frage nach, wie dieser Berufsstand den radikalen politischen Umwälzungen nach 1945 weitgehend widerstehen konnte. So zeigt sie auf, daß die Entnazifizierung nur wenige Ärztinnen und Ärzte traf, obwohl mindestens zwei Drittel der Mediziner Mitglieder der NSDAP waren, oder daß die in der Lehre tätigen Ärzte überdurchschnittlich selten in der SED aktiv waren – und nicht nur darin eine starke Resistenz gegenüber dem Regime bewiesen.

Pressestimmen

"Ernst nutzt akribisch Akten, die in der SBZ/DDR entstanden sind, und sprach mit Zeitzeugen und Wissenschaftlern in Ost und West. Das derzeit nicht gerade häufig feststellbare Bemühen, ein 'durch Westsozialisation einerseits und SED-Akten andererseits zuweilen verzerres Bild von der ostdeutschen Gesellschaft zurechtzurücken' (S. 1) trug Früchte. (…) Wer zur Sozialgeschichte der DDR forscht, wird künftig an der bemerkenswerten Studie von Frau Ernst nicht vorbeikommen."
Siegfried Prokop in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 5/1998

"Anna-Sabine Ernst hat das von ihr recherchierte, außerordentlich reichhaltige Quellenmaterial zu einer überaus lesenswerten Darstellung verarbeitet."
Thomas Gerst in: Deutsches Ärzteblatt 95, Heft 27, 3. Juli 1998

Auf breiter Quellen- und Literaturbasis wird in dieser Studie, die aus einer Dissertation hervorgegangen ist, Kontinuität und Umbruch bei den Ärzten und den medizinischen Hochschullehrern im Bereich der SBZ und der frühen DDR untersucht. Die Autorin […] legt eine Fülle von aufschlußreichen Daten, die aus zum Teil wenig zugänglichen Unterlagen zu Institutionen und Personen des Gesundheitswesens in ihren vielfältigen Verflechtungen vor und beurteilt die Vorgänge sehr differenziert. […] Bei der Beschäftigung mit der Geschichte des Gesundheitswesens in der Nachkriegeszeit in Deutschland, insbesondere auch für Berlin und die ehemaligen preußischen Provinzen, wird man auf diese gut dokumentierte Studie (das Literaturverzeichnis umfaßt 40 Seiten), deren Inhalt durch ein Personenregister erschlossen ist, immer wieder zurückgreifen müssen.
Aus: Jahrbuch für die Geschichte Mittel- und Ostdeuschlands. Bd.46 (2000), S. 320.


1997, IHS, Bd. 210, 452 Seiten, br., 29,90 EUR, ISBN 978-3-89325-513-9

Zurück zur Startseite E-Mail an Autor