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Jochen Roth

Wirtschaftsbildung und ökonomischer Fortschritt in Entwicklungsländern

Wirtschaftspädagogische Analyse des Transfers ökonomischer Theorie und Praxis aus Industrieländern


Der vorliegende Band – angelegt als interkulturelle wirtschaftspädagogische Grundlagenarbeit – behandelt zentral die Problematik des Transfers ökonomischer Theorie und Praxis aus Industrieländern in Entwicklungsländer. Dabei fließen praktische Erfahrungen des Autors aus Forschungsaufenthalten in Lateinamerika sowie aus der Zusammenarbeit mit der Deutschen Stiftung für internationale Entwicklung (DSE) und der Carl-Duisberg-Gesellschaft (CDG) ein. Roth entwirft zuerst eine systemtheoretisch orientierte wirtschaftspädagogische Perspektive, die der Wirtschaftsbildung und dem ökonomischen Fortschritt in Entwicklungsländern gleichermaßen verpflichtet ist. Aus überwiegend nach Weltreligionen eingeteilten Kulturkreisen werden ökonomisch relevante Grundwert- und Zeitvorstellungen herausgearbeitet und denen der kapitalistisch orientierten Industrieländern vergleichend gegenübergestellt. Auf diesen Erkenntnissen aufbauend werden grundsätzliche didaktische Überlegungen im Zusammenhang mit der betrachteten Transferproblematik entwickelt.

Pressestimmen

"(…) Der Autor sieht sich der menschlichen Bildung und dem ökonomischen Fortschritt gleichermaßen verpflichtet. Mit seinen wirtschaftspädagogischen Überlegungen zeigt er Wege auf, wie Menschen in Entwicklungsländern angeleitet werden können, sich dem modernen kapitalistischen System anzugleichen, ohne daß es dabei Sieger und Verlierer gibt.
Roth lädt den Leser auf eine literarische Reise ein und führt ihn auf einer rund um den Erdball gesteckten Route zu den Wurzeln unterschiedlicher Auffassungen vom Wirtschaften: den durch die Weltreligionen begründetetn kulturspezifischen Wertvorstellungen. Nicht nur über ein Hinführen an die Ursprünge erlegt der an interkulturellen Begegnungen interessierte eine "Zeitreise". Er begegnet ebenso kulturellen Unterschieden im menschlichen Denken über die Zeit. So war zum Beispile eine Einteilung der Zeit in die Kategorien Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, in Stunden und Minuten, für die Menschen in Afrika lange keine Selbstverständlichkeit; die Zukunft wurde als "Nicht-Zeit" begriffen.
Somit sei das Buch auch all denjenigen empfohlen, die im Urlaubsland zu lange auf ihr Essen warten müssen – die Lektüre dient dann nicht nur dem Zeitvertreib, sondern auch dem Verständnis."

Münchner Merkur


1997, IHS, Bd. 231, 420 Seiten, br., 34,80 EUR, ISBN 978-3-89325-495-8

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