Wilhelm Heinrich von Riehl gilt als der "Vater der deutschen Volkskunde" und als Begründer der kulturgeschichtlichen Feldforschung. Seine spätromantisch geprägten Ideen dienten einer national orientierten Soziologie und Volkskunde als Leitfaden und Legitimation ideologischer Konzepte, um Land und Leute, Bauerntum, Familie und bürgerliche Gesellschaft nostalgisch-retrospektiv zu verklären. Die vorliegende Arbeit analysiert die Strukturen und Mechanismen der Riehl-Rezeption von der Gründerzeit bis ins Dritte Reich. Sie zeigt einen ungewollten geistesgeschichtlichen Mutationsprozeß und weist nach, wie sich romantische Vorstellungen zur nationalsozialistischen Ideologie und kollektiven Kulturmoral verdichten.
PressestimmenDiese Augsburger Dissertation geht in sehr anregender und erhellender Weise der Geschichte der Riehl-Rezeption in Deutschland zwischen 1860 und 1960 nach. […] Das Buch bietet […] neben der eigentlichen Rezeptionsanalyse außerdem eine umfassende Bibliographie zur Literatur über Riehl. […] 1996, IHS, Bd. 192, 390 Seiten, br., 39,90 EUR, ISBN 978-3-89325-393-7
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