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Andrea Zinnecker

Romantik, Rock und Kamisol

Volkskunde auf dem Weg ins Dritte Reich – die Riehl-Rezeption


Wilhelm Heinrich von Riehl gilt als der "Vater der deutschen Volkskunde" und als Begründer der kulturgeschichtlichen Feldforschung. Seine spätromantisch geprägten Ideen dienten einer national orientierten Soziologie und Volkskunde als Leitfaden und Legitimation ideologischer Konzepte, um Land und Leute, Bauerntum, Familie und bürgerliche Gesellschaft nostalgisch-retrospektiv zu verklären. Die vorliegende Arbeit analysiert die Strukturen und Mechanismen der Riehl-Rezeption von der Gründerzeit bis ins Dritte Reich. Sie zeigt einen ungewollten geistesgeschichtlichen Mutationsprozeß und weist nach, wie sich romantische Vorstellungen zur nationalsozialistischen Ideologie und kollektiven Kulturmoral verdichten.

Pressestimmen

Diese Augsburger Dissertation geht in sehr anregender und erhellender Weise der Geschichte der Riehl-Rezeption in Deutschland zwischen 1860 und 1960 nach. […] Das Buch bietet […] neben der eigentlichen Rezeptionsanalyse außerdem eine umfassende Bibliographie zur Literatur über Riehl. […]
Detailliert geht Frau Zinnecker schließlich zahlreiche Musterbeispiele durch, welche die Pathogenese der Riehl-Rezeption anschaulich vor Augen führen. Mit großer Akribie werden die einschlägigen Zitate vorgeführt, sortiert und zu Typen zusammengestelllt. […] – Frau Zinnecker hat eine überaus interessante Arbeit vorgelegt, die durchweg hält, was sie verspricht, nämlich Rezeptions-Klischees zu typisieren und auf diese Weise zur Entzauberung eines reaktionären Mythos beizutragen.

Harm-Peer Zimmermann in: Hessische Blätter für Volks- u. Kulturforschung. Bd. 37/38. 2001/2002. S. 219ff.


1996, IHS, Bd. 192, 390 Seiten, br., 39,90 EUR, ISBN 978-3-89325-393-7

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