Die Herausforderung des Themas "Zeit für Bildung" liegt in der allgegenwärtigen Präsenz ihres Gegenstandes und der gleichzeitig utilitären bzw. pragmatischen Engführung in unserer Moderne (z.B. durch Flexibilisierung, Beschleunigung). Besonders im Erwachsenenalter sind Zeitfragen im Gestaltungsprozess lebensumspannenden Lernens von einer hohen "Konflikthaftigkeit", vielen Widersprüchen und starken Selektionstendenzen durchdrungen. Es geht um Zeit als strukturbildenden Faktor und um subjektive Selbstauslegungen zur Nutzung eigener Ressourcen und individueller Prioritätensetzung für Lernzeiten unter dem Anspruch einer Wissensgesellschaft. Wie wird Zeit für und im Lernen erlebt? Welche Zeit kann für Lernen genutzt werden, wie verändert sich dies situativ bzw. lebensphasenspezifisch? Wie gehen Erwachsene mit dem Dilemma der von außen aufoktroyierten Zeitstrukturen, Entgrenzungen in der Arbeitswelt und dem eigenen Wunsch nach expliziten Zeitanteilen für Lernen um? Ziel des Buches ist eine grundsätzliche – theoriegeleitete wie empirisch gehaltvolle – Klärung der Begriffe und Dimensionen von Zeit im pädagogischen Feld und speziell ihrer Selbstverhältnisse zur Erwachsenenbildung. AutoreninfoSabine Schmidt-Lauff, Jg. 1968, Prof. Dr. phil. habil., Lehrstuhl für Erwachsenenbildung und Weiterbildung an der Technischen Universität Chemnitz, beschäftigt sich neben zeitpolitischen und temporaltheoretischen Fragen zu Bildung und Lernen u.a. mit betrieblicher Weiterbildung, Professionalisierung und Professionalität in der Erwachsenenbildung und europäischen Perspektiven des Lebenslangen Lernens. 2008, IHS, Bd. 509, 494 Seiten, br., 39,90 EUR, ISBN 978-3-8309-2020-5
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