Cover   

Sanna Schondelmayer

Stereotypisierung am Arbeitsplatz

Zur Handlungsrelevanz von Selbst- und Fremdbildern in der deutsch-polnischen Interaktion


Angesichts der engen Nachbarschaft und wechselhaften Geschichte von Polen und Deutschen sind gegenseitige stereotype Zuschreibungen kaum überraschend. Aber welche Relevanz haben sie für das Handeln? Wie werden sie eingesetzt? Was sagt der Gebrauch stereotyper Zuschreibungen über die Sprechenden aus?

In dichter Beschreibung folgt die Autorin den diskursiven Variationen und handlungspraktischen Bezügen von Stereotypen am Beispiel von Deutschen und Polen, die in mittelständischen Unternehmen zusammenarbeiten. Die Ergebnisse der ethnographischen Studie zeigen eine Vielfalt an möglichen Handlungs- und Kommunikationsformen im deutsch-polnischen Arbeitsalltag und decken eine "paradoxe Parallelität" auf: einerseits die verbale Distanzierung von Stereotypen und ein empathisches Miteinander, andererseits eine Überbetonung und Instrumentalisierung ebenso wie Ignoranz und mangelnde Anerkennung kultureller Differenzen.

Autoreninfo

Sanna Schondelmayer (Jg.1974) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Elitestudiengang Osteuropastudien am Lehrstuhl für Europäische Ethnologie/Volkskunde in München.
Parallel zu ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit arbeitet sie seit Jahren als interkulturelle Trainerin, Moderatorin und Prozessbegleiterin. Sie studierte Europäische Ethnologie, Russistik und Polonistik in Leipzig, Tübingen und Berlin und promovierte im Rahmen des Graduiertenkollegs "Interkulturelle Mediation in der deutsch-polnischen Grenzregion" an der Europa Universität Viadrina in Frankfurt (Oder).


2008, Münchener Beiträge zur Interkulturellen Kommunikation, Bd. 21, 304 Seiten, br., 34,90 EUR, ISBN 978-3-8309-1978-0

Zurück zur Startseite E-Mail an Autor Homepage des Autors Inhalt