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Lars Winterberg

Wasser – Alltagsgetränk, Prestigeprodukt, Mangelware

Zur kulturellen Bedeutung des Wasserkonsums in der Region Bonn im 19. und 20. Jahrhundert


Wasser hat als Getränk große alltagskulturelle Bedeutung. Der Konsum wird jedoch stets ambivalent bewertet und variiert hinsichtlich seiner räumlichen, zeitlichen und sozialen Verortung. Die gegenwärtige Situation ist uneinheitlich: Während man in den Industriegesellschaften über fast uneingeschränkten Zugang zu sauberem Trinkwasser verfügt, gilt das "blaue Gold" im weltweiten Vergleich als Mangelware. Aus historischer Perspektive liegen zentrale Problemkontexte direkt "vor der eigenen Haustür": eine unzureichende, durch soziale Differenzen geprägte Wasserversorgung, regelmäßige Verunreinigungen und in Folge dessen sogar epidemische Seuchenausbrüche.

Die kulturwissenschaftliche Nahrungsforschung hat das Wasser zugunsten von Alkohol und Heißgetränken bislang nahezu ausgeblendet. Ein wesentlicher Bereich unserer Alltagskultur bleibt somit aber unberücksichtigt. Die vorliegende Studie analysiert den Bedeutungswandel des Trink- und Mineralwasserkonsums seit dem frühen 19. Jahrhundert. Auf diese Weise werden Formen und Funktionen historischer wie gegenwärtiger Trinkkultur sowie übergeordnete gesellschaftliche Prozesse am Mikrobeispiel der Region Bonn sichtbar.

Autoreninfo

Lars Winterberg, Jahrgang 1980, studierte Volkskunde, Psychologie und Germanistik an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Seit 2006 ist er als Doktorand im Fachbereich Kulturanthropologie/Volkskunde sowie in Projekten des Kultur- und Mediensektors tätig. Seine Dissertation thematisiert Identitäts- und Solidaritätskonzepte alltäglicher Konsumpraxis. Weitere Forschungsschwerpunkte sind Nahrungsethnologie, Interkulturalität und neue Medien.


2007, Bonner kleine Reihe zur Alltagskultur, Bd. 9, 208 Seiten, br., 24,90 EUR, ISBN 978-3-8309-1850-9

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