Anfang 1924 nahm die Universal Edition A.G. Wien, einer der größten und für die Musik des 20. Jahrhunderts bedeutendsten Musikverlage, den 24-jährigen in Berlin lebenden Komponisten Kurt Weill unter Vertrag. Bald wurde der Verlag für Weill zum ersten Ansprechpartner in Fragen der Konzeption, Durchführung und Platzierung seiner Werke. In der intensiven Korrespondenz bis zu Weills Emigration 1933 wird die Entsteheung jedes der in Zusammenarbeit mit der Universal Edition entstandenen Werke, darunter auch Brechts "Dreigroschenoper" und "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny", dokumentiert. So vermittelt die Korrespondenz einen anschaulichen Einblick in die Entwicklungeines ästhetischen Geistes, dessen Kunstanspruch sich an den Maßstäben der modernen Öffentlichkeit, der Theaterrealität und des musikalischen Marktes orientierte und sich zugleich rieb. Das Aufkeimen des Faschismus im Laufe der 1920er Jahre machte sich für Weill, der als moderner, politisch engagierter und jüdischer Künstler gleich dreifach unter Beschuss der Nazis stand, besonders bemerkbar. Schon früh werden die kulturellen Konsequenzen dieser politischen Entwicklung von Weill und seinen Briefpartnern in Wien diskutiert. Somit wird die Breifausgabe zugleich zu einem wichtigen Stück Kultur-, Theater- und Musikgeschichte der Weimarer Republik und des Künstlerexils in Frankreich und den USA. 2002, 526 Seiten, br., 24,90 EUR, ISBN 978-3-8309-1796-0
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