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Nils Grosch

Die Musik der Neuen Sachlichkeit


Der Begriff "Neue Sachlichkeit" ist heute für die Musik der Weimarer Republik selbstverständlich in Gebrauch, wenn auch viele Unschärfen, die sich mit dem Schlagwort schon seit den 1920er Jahren verbinden, durch die Wissenschaft bisher nicht aufgehoben, gar geklärt werden konnten. Dankbar wurde der Begriff von jenen Komponisten und Musikschriftstellern aufgenommen, denen in den Jahren der Weimarer Republik an einer gesellschaftlichen Reintegration der neuen Musik lag und die durch ästhetisches Umdenken den egalitären Gedanken der Revolution von 1918/19 auch in der Musik umsetzen wollten.

Exemplarisch wird dies am Beispiel jener Komponisten gezeigt, die sich der Berliner Novembergruppe anschlossen. Die Auseinandersetzung mit hergebrachten Aufführungsformen führte viele Komponisten schließlich zur Abwendung vom Konzertwesen. Andere Formen der Aufführung und Verbreitung von Musik wurden zur Herausforderung. Neben den Stilen der aktuellen populären Musik und des Unterhaltungstheaters rückten die technischen Medien immer mehr in den Mittelpunkt der kompositorischen Betätigung und führten zur Entwicklung neuer gattungen wie Zeitoper und Radiomusik.

Die Analyse von Werken Kurt Weills, Ernst Kreneks, Max Buttings, Paul Hindemiths, Ernst Tochs, Wladimir Vogels, Stefan Wolpes, Hans Heinz Stuckenschmidts und anderer erweist, welch zentrale Zugriffsmöglichkeiten Rezeptions- und Medientheorie für die Musik der Neuen Sachlichkeit sind. Groschs verständlich geschriebene Studie erhellt einen bisher unterbelichteten Abschnitt der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts.


1999, 288 Seiten, br., 19,90 EUR, ISBN 978-3-8309-1795-3

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