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Christine Aka

Unfallkreuze

Trauerorte am Straßenrand


Kleine Kreuze am Straßenrand sind in den letzten Jahren zu einem überall zu findenden Symbol dafür geworden, dass an dieser Stelle ein Mensch bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Über viele Jahre gestalten Angehörige und Freunde diese Todesorte auf oft anrührende Weise. Für dieses Buch hat die Autorin eine Vielzahl solcher Todesorte dokumentiert und über Jahre beobachtet. Nicht nur die Kreuze, sondern vielfältige Collagen von Liebes- und Freundschaftsbeweisen, Kerzen und Geschenken machen die Unfallorte zu kleinen individuellen Pilgerstätten. Gespräche mit Angehörigen und Freunden zeigen, wie der Todesort in die Trauerverarbeitung eingebunden ist, wie er Gefühle hervorruft und der Suche nach Trost und Nähe dient. Als Indiz für öffentliche Trauer regen Unfallkreuze damit zum Nachdenken über heutige Formen von sinnstiftenden Ritualen und individueller Spiritualität an.

Autoreninfo

Christine Aka, geboren 1962 in Vechta (Niedersachsen), studierte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster Volkskunde, Geschichte und Ur- und Frühgeschichte. Nach mehrjähriger Berufstätigkeit in verschiedenen westfälischen Museen machte sie sich als Autorin und Ausstellungsmacherin selbständig. Sie lehrt als Dozentin am Seminar für Volkskunde/Europäische Ethnologie in Münster und arbeitet vor allem zu Themen der Frömmigkeitsgeschichte und Religionsforschung.

Pressestimmen

Ihre Gespräche mit Angehörigen und Freunden zeigen, wie und warum die Trauer um einen geliebten Menschen sich an Sterbeorten manifestiert und welche Motive Trauernde antreiben, ihre Emotionen öffentlich zu manifestieren. Unfallkreuze markieren offenbar einen "Mnemolocus", einen "Erinnerungsort", der nicht zwingend religiös erscheint.
In: Psychologie Heute. 34. Jg. 9/2007.

Die zahlreichen Holzkreuze am Straßenrand stellen eine neue Dimension des Totengedenkens, der Trauerbewältigung und der Erinnerungskultur dar.
Prignitz Kurier – Märkische Allgemeine vom 11./12. August 2007.

Die Grundthese ds Buches lautet: Unfallkreuze sind ein ethnologisch relevanter Indikator für kulturelle Wandlungsprozesse des Trauerverhaltens: memento mori, Mnemolocus und Trauerritual in der Postmoderne.
Jens Walter in: http://www.lehrerbibliothek.de vom 13.08.2007


2007, Beiträge zur Volkskultur in Nordwestdeutschland, Bd. 109, 336 Seiten, ca. 120 teilw. farbige Abbildungen, br., 19,90 EUR, ISBN 978-3-8309-1790-8

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