Die Ökonomiegebäude des schweizerischen Kantons Wallis wurden traditionell in Blockbauweise konstruiert und überdauerten Jahrhunderte. Als Zeugen einer vergangenen agrarischen Epoche sind sie jedoch heute in Bewegung geraten. Ein großer Teil ist dem Verfall preisgegeben, andere werden zu Chalets umgebaut. Aber auch in Souvenirform und in der Werbung sind sie mobile Bedeutungsträger für das Wallis geworden. Sie dienen so der touristischen Außendarstellung und der identitätsstiftenden Selbstverortung. Diese Arbeit untersucht den Bedeutungswandel von landwirtschaftlichen Nutzbauten in der Gemeinde Ferden im Lötschental mit Fokus auf die Perspektive der Einheimischen. Ein Jahr teilnehmende Beobachtung lässt Menschen, Mentalitäten und sozioökonomische Schichtungen in diesem Bergdorf sichtbar werden. Der innovative Ansatz ist dabei die Kombination von historischer Hausforschung mit neuerer volkskundlicher Sachkulturforschung. Die Ergebnisse münden in ein Zukunftsszenario für die zahlreichen Ökonomiegebäude in Ferden. Damit sind die erarbeiteten Parameter und das methodische Handwerkszeug übertragbar auf die Problemlage von mehreren hunderttausend Ökonomiegebäuden im gesamten Alpenraum. AutoreninfoHenning Freund, geb. 1968, Dipl.-Psych., Studium der Psychologie und Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie an der J.W. Goethe-Universität Frankfurt/M., 2003/2004 Feldforschung im Wallis/Schweiz, 2006 Promotion in Europäischer Ethnologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg/Br. Seit 1999 Tätigkeit als Psychologischer Leiter der Tagesklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Klinik Hohe Mark in Frankfurt/M. 2007, IHS, Bd. 482, 346 Seiten, 4-seitiger Farbteil, zahlr. s/w Abb., br., 39,90 EUR, ISBN 978-3-8309-1767-0
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