Christliche Mission bedeutete im Afrika des 19. Jahrhunderts Vermischung von Kulturen. Aufschlussreich und anschaulich schildert Rainer Alsheimer das Aushandeln von religiösen, ethischen und alltäglichen kulturellen Verhaltensformen zwischen den schwarzen Indigenen und den weißen Missionaren an der Sklavenküste. Der Prozess der Einrichtung einer "eigentümlichen" Stammeskirche der Ewe, basierend auf protestantischen Glaubensvorstellungen und "traditionellen" religiösen Ritualen der Bevölke-rung der westafrikanischen Küstenregion, wurde oft durch Gewalt und Gegengewalt begleitet. An seinem Ende steht die Genese einer Ethnie, bewirkt durch die neue Religion und die für ihre Zwecke verschriftlichte Missionssprache Ewe. Die moralischen, rechtlichen und wirt-schaftlichen Vorstellungen des Ewe-Stammes orientieren sich an der afrikanischen Kirchen-ordnung der weißen Missionare. Der bewegendste Teil des Buches umfasst vierzehn Biografien und biografische Skizzen von schwarzen Frauen und Männern im Umkreis der Missionsstationen. In ihnen beschreiben sie ihre (Über-) Lebensstrategien aus afrikanischen Perspektiven. AutoreninfoRainer Alsheimer: Dr. phil., M.A. Akademischer Direktor und Universitätsdozent, lehrte von 1990 bis 2006 Volkskunde und Historische Anthropologie im Studiengang Kulturwissenschaft der Universität Bremen. Dieses Buch entstand im Rahmen des von ihm geleiteten und von der Volkswagen-Stiftung geförderten Forschungsprojektes "Transkulturationen. Eine Mikrogeschichte der Norddeutschen Mission in Westafrika". 2007, 300 Seiten, br., 24,90 EUR, ISBN 978-3-8309-1764-9
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