Kinder eignen sich während des Erstsprach(en)erwerbs nicht nur den Wortschatz und grammatische Strukturen an, sondern sie lernen sprachlich zu handeln, d.h. sie erwerben gesellschaftlich ausgearbeitete sprachliche Handlungsmuster. Wie dies geschieht – zumal in zwei Sprachen – und welche Rollen das Sprachprobieren und die Sprachreflexion dabei spielen, sind die zentralen Themen der vorliegenden Studie. Luna und Adrian sind ein bilingual (deutsch-spanisch) aufwachsendes Geschwisterpaar, deren sprachliche Entwicklung über den Zeitraum der ersten sechs Lebensjahre hinweg mithilfe von Video- und Audioaufzeichnungen dokumentiert wurde. Diese Sprachdaten bilden die empirische Grundlage für die 37 exemplarischen Diskursanalysen, die hier präsentiert werden – die Originalaufnahmen und Transkripte dazu finden sich auf der dem Buch beigefügten DVD. Die Ergebnisse bringen nicht nur neue Aspekte für die mono- und bilinguale Erstspracherwerbsforschung, sondern sie werden im Ansatz auch hinsichtlich eines Fremd- bzw. Zweitsprachenunterrichts im Kindesalter ausgewertet. AutoreninfoEdgardis Garlin, geb. 1964 in Bremen, studierte Deutsch als Fremdsprache, Spanisch und Völkerkunde an der Universität München und promovierte 1997 mit der vorliegenden Studie. Die wissenschaftlichen Ergebnisse integrierte sie in das von ihr entwickelte KIKUS-Programm zur Sprachförderung im Vor- und Grundschulalter. Sie ist Mitbegründerin des Zentrums für kindliche Mehrsprachigkeit in München. 2008, Mehrsprachigkeit, Bd. 19, 518 Seiten, inkl. DVD, br., 39,90 EUR, ISBN 978-3-8309-1730-4
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