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Hildegard Stratmann

Lehrer werden

Berufliche Sozialisation in der Volksschullehrer-Ausbildung in Westfalen (1870–1914)


Diese Arbeit untersucht die berufliche Sozialisation angehender Volksschullehrer und Volksschullehrerinnen vom Beginn ihrer Berufswahl über die Ausbildung am Lehrerseminar bis zu ihren ersten Berufsjahren als Junglehrer bzw. Junglehrerin. Dieses "Lehrer werden" vollzog sich in einem Spannungsfeld, das vor allem durch die teilweise widersprüchlichen Anforderungen und Erwartungen der Herkunftsfamilie, der Peer Group und des Lehrerseminars als staatliche Institution geprägt wurde. Dabei können unter anderem deutliche strukturelle Unterschiede bei den Ausbildungsbedingungen und -voraussetzungen der angehenden Lehrer einerseits und den Lehrerinnen andererseits nachgewiesen werden.

Ihre Anschaulichkeit verdankt diese Untersuchung vor allem den beiden Quellengruppen, die die Autorin besonders gründlich ausgewertet hat: die – teilweise unveröffentlichten – autobiographischen Dokumenten und das Aktenmaterial – vor allem Disziplinarakten – westfälischer Lehrerseminare aus der Zeit zwischen 1870 und 1914.

Autoreninfo

Hildegard Stratmann, Jg. 1970, Studium der Mittleren Geschichte, Volkskunde und Anglistik, Magister in Mittlerer Geschichte 1997, Promotion in Volkskunde 2005,1992/93 Studentin an der Edinburgh University, lebt zurzeit in Bielefeld.

Pressestimmen

[Stratmanns] Arbeit [bietet] eine Fülle von interessanten Aspekten
Michael Geiss in: H-Soz-u-Kult. (2.11.2006)

insgesamt bietet die Studie eine Fülle von anregenden Erkenntnissen. […] Dabei macht Stratmann zurecht auf lokale Unterschiede bei der Ausführung von Seminarnormen aufmerksam (S. 116, S. 214). Auch auf diese Weise trägt ihre Wahrnehmungs- und Mikrogeschichte "von unten" zu einer differenzierten Sicht preußischer Lehrerausbildung bei.
Norbert Grube in: Zeitschrift für pädagogische Historiographie. 13. Jg. H. 1/2007.

Hildegard Stratmann ist dafür zu danken, dass sie eine bisher unbeachtete Quellengruppe, die Autobiografien von Lehrerinnen und Lehrern sowie die Disziplinarakten des Provinzial-Schulkollegiums im Staatsarchiv Münster untersucht und analysiert hat. Sie hat mit ihrem Buch Lehrer werden einen wichtigen Beitrag zur Sozialisationsforschung geleistet.
Theodor Kohlmann in: Rheinisch-westfälische Zeitschrift für Volkskunde 52 (2007), S. 355–357.


2006, Beiträge zur Volkskultur in Nordwestdeutschland, Bd. 107, 352 Seiten, br., 24,90 EUR, ISBN 978-3-8309-1563-8

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