Erleben wir eine visuelle Zeitenwende? Avancieren im täglichen Leben heute Bilder statt der Sprache zum beherrschenden Element der Kommunikation, des Wahrnehmens und des Verstehens? Die neuerdings postulierte "Wende zum Bild" (Iconic turn) und die "zunehmende Bildhaftigkeit des gesellschaftlichen Konsums" bedeuten nicht zuletzt für die empirische Alltagskulturforschung eine Herausforderung, der sie sich in diesem Band stellt. Namhafte Autorinnen und Autoren skizzieren hier beispielhaft zentrale Aspekte und Perspektiven einer volkskundlichen Bildwissenschaft; Auswahlbibliographie und Register erschließen die Thematik. I. Das Interesse am Bild: II. Die historische Dimension der Bilder: III. Bildvermittlung im modernen Alltag: IV. Der Umgang mit Bildern: V. Das Lesen von Bildern: VI. Fragen visueller Kultur: PressestimmenDer Sammelband ist vielfältig, die Kontextualisierungen ums Bild lassen dies problemlos zu […] Bei allen AutorInnen geht es bei der Bildlektüre letztlich um den Wahrheitsgehalt, egal ob es sich um Massenbilder oder singuläre Dokumente handelt, auch wenn man da und dort etwas differenzierter mit Kopien und Originalen umgehen sollte […]. Dem Band […] sei eine zahlreiche Leserschaft gewünscht, der das Bild in seinen vielfältigen Formaten wichtig ist. Wie die Bilder Orientierung in der Welt sind, ist der Band Profil und Planke für die zukünftige Bildforschung. Wie auch immer – der vorliegende Tagungsband ist ein Meilenstein in der Wissenschaftsgeschichte der Volkskunde. Ingesamt bietet der Band ein Panorama des aktuellen Standes volkskundlicher Bildforschung und zugleich eine anregende Lektüre. Die in ihrer Thematik breit gefächerten und sich auf hohem Niveau bewegenden Beiträge zeigen theoretische Reflexionen, methodologische Ansätze und Anwendungsbeispiele auf. Es wird deutlich, dass die Volkskunde bereits wichtige Schritte auf bildwissenschaftlichem Terrain gegangen ist Übersichtlich in thematische Einheiten geordnet […] wird der Sammelband durchaus dem im Untertitel suggerierten Ansatz gerecht, die Perspektiven der kulturanthropologischen Bildwissenschaft auszuloten und Einblicke in aktuelle Fachdiskurse zu gewähren. Aufbauend auf einer theoretischen und fachgeschichtlichen Grundlage umspannt der Band nahezu alle Pole einer gleichermaßen fachspezifisch wie interdisziplinär ausgerichteten Bildforschung […] [Es ist den Herausgebern] gelungen, […] diesem Band eine Form zu geben, die ihn zu einem wichtigen Nachschlagewerk macht. [… Z]usammenfassend soll [allen Beteiligten] attestiert werden, dass sie insgesamt viel Neues und Überzeugendes zu einer volkskundlich ausgerichteten "Bildanthropologie" beigesteuert haben. [… ] [Es präsentiert] sich hier selbstbewusst ein neuer zukunftsweisender Schwerpunkt volkskundlicher Forschungsarbeit […] mit dem Anspruch, künftig bei der Kulturanalyse des visuellen Alltags ein gewichtiges Wort mitreden zu wollen. […] Die beiden Herausgeber des Sammelbandes haben […] wesentlich dazu beigetragen, den Handbuchcharakter dieser bahnbrechenden Veröffentlichung zu unterstreichen. Ich betrachte sie als eine der wichtigsten volkskundlichen Publikationen des neuen Jahrhunderts. 2005, Münchner Beiträge zur Volkskunde, Bd. 33, 426 Seiten, br., 29,90 EUR, ISBN 978-3-8309-1553-9
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