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Helma Lutz, Kathrin Gawarecki (Hrsg.)

Kolonialismus und Erinnerungskultur

Die Kolonialvergangenheit im kollektiven Gedächtnis der deutschen und niederländischen Einwanderungsgesellschaft


Der moderne europäische Kolonialismus hat die Ordnung der Welt tiefgreifend und dauerhaft verändert. Dies gilt für politische und wirtschaftliche, vor allem aber auch für "mentale" Strukturen. Eine kritische Auseinandersetzung mit der kolonialen Vergangenheit und ein Gedenken der Opfer sind in den ehemals kolonisierenden Gesellschaften dabei bisher weitgehend ausgeblieben.

Dieser Befund trifft in unterschiedlichem Ausmaß auf Deutschland und die Niederlande zu, wie die Beiträge des Sammelbandes zeigen. Die Autorinnen und Autoren reflektieren den gegenwärtigen Stand der nachkolonialen Erinnerungskulturen in der Pädagogik, in literarischen Werken und im öffentlichen Gedenken. Neue Herausforderungen an ein bislang national geprägtes kollektives Gedächtnis ergeben sich durch die zunehmende Pluralisierung der beiden Einwanderungsgesellschaften. Schließlich wird nach der Zukunft von Erinnerung in einer sich entwickelnden Weltgesellschaft gefragt.

Mit Beiträgen von Micha Brumlik, Kathrin Gawarecki, Matthias Heyl, Nicole Jansen, Anne Kerber, Reinhart Kössler, Rudolf Leiprecht, Helma Lutz, Gert Oostinde, Pamela Pattynama, Frank van Vree, Hasko Zimmer.

Autoreninfo

Helma Lutz, Dr., habilitierte Soziologin und Pädagogin, Oberrätin am Fachbereich für Erziehungswissenschaft und Sozialwissenschaften, Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, zurzeit Gastprofessorin für internationale Frauen- und Genderforschung an der Stiftung Universität Hildesheim.

Kathrin Gawarecki, M.A.,Studium der Niederlande-Studien, Politikwissenschaft und Soziologie in Münster und Berlin. Zurzeit Promovendin an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Pressestimmen

Wie erinnern sich Gesellschaften ihrer teils unrühmlichen Vergangenheit? Das Buch […] geht dieser Frage mit einer klaren Botschaft nach.
URL vom 22.06.2006: http://www.buecher.de

Der Band untersucht die Bedingungen einer postkolonialen Erinnerungspraxis auf hohem reflexiven Niveau. Gemeinsam ist den Beiträgen ein Engagement für die Sache bei gleichzeitiger Bereitschaft, Fragen an eine globalisierte Form der Erinnerung an genozidale Verbrechen aufzuwerfen und sich nicht mit einfachen Antworten zufrieden zu geben.
Astrid Messerschmidt in: SLR – Sozialwissenschaftliche Literatur Rundschau, Heft 52/2006, S. 120ff.

Es werden u.a. überzeugende Argumente für die These aber auch Bedenken geliefert, dass eine Erweiterung der Gedenkkultur auf andere vorfaschistische Genozide notwendig ist.
Aus: Politisches Lernen 1–2/2006, S. 72.

Herausgeber und Autoren haben die gegenwärtigen Diskussionen um die postcolonial studies in hervorragender Weise befruchtet.
U. Ramm in: Mitteilungen der Berliner Gesellschaft für Missionsgeschichte e.V. 17 (2007).

Der Band stellt insgesamt viele längst überfällige Fragen und liegt auch mit seiner Diagnose einer hinsichtlich der kolonialen Vergangenheit vom Vergessen geprägten Erinnerungskultur in Deutschland und in den Niederlanden richtig. […] Uneingeschränkt gelungen ist das Anlegen der Herausgeberinnen, […] einen Beitrag zur Bewusstwerdung über die Komplexität der Erinnerungsdebatten […] zu leisten.
Georgios Chatzoudis in: sehepunkte 7 (2007), Nr. 11.


2005, Niederlande-Studien, Bd. 40, 206 Seiten, geb., 29,90 EUR, ISBN 978-3-8309-1491-4

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