Nach dem Ende der deutschen Besatzung wurden in den Niederlanden mehr als 100.000 Personen als Kollaborateure oder Kriegsverbrecher verhaftet. Ihre Zahl sank rasch, und 1962 waren nur noch vier Delinquenten – allesamt Deutsche – inhaftiert. Dann aber kam es zum Bruch, und erst 1989 wurden die letzten beiden NS-Verbrecher aus dem Gefängnis entlassen. Harald Fühner analysiert die Entscheidungsfindung und die zum Teil äußerst emotionalen Debatten um die Behandlung der "Politischen Delinquenten". Er untersucht die Rolle von Regierung und Parlament ebenso wie den Einfluss von Interessenorganisationen und öffentlicher Meinung. Außerdem zeigt er auf, wie sich Wandlungen im Umgang mit der Besatzungsvergangenheit in den Diskussionen widerspiegelten. Nicht zuletzt kommt die Bedeutung der Problematik für die deutsch-niederländischen Beziehungen zur Sprache. AutoreninfoHarald Fühner (geb. 1972) studierte Geschichte, Mathematik und Niederländisch in Kiel, Groningen und Göttingen. Er promovierte am Zentrum für Niederlande-Studien der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Heute arbeitet er als Lehrer in Leer. Pressestimmen[Eine] profund-akribische Untersuchung. Harald Fühners Dissertation ist auch in diesem Sinn ein perspektiveneröffnender Beitrag, dessen intensive Wahrnehmung gerade in den Niederlanden nicht auf sich warten lassen wird. gründlich recherchierte[s] und dokumentierte[s Buch] zur komplexen Thematik des niederländischen Umgangs mit Kollaborateuren und NS-Verbrechern nach 1945 vor, [das] sich auch als Grundlage für vergleichende Untersuchungen zu anderen Ländern eigne[t]. […] Fühners Stärke [liegt] vor allem in der sehr detaillierten Beleuchtung der Entscheidungsabläufe und der gesellschaftlichen Hintergründe […]. […]excellent examples of the new, archivally based history of Nazi trials. […] extremely well-researched and thorough, demonstrate the significant virtues of the new empirical political history of Nazi trials. 2005, Niederlande-Studien, Bd. 35, 472 Seiten, geb., 39,90 EUR, ISBN 978-3-8309-1464-8
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