Im Sommer 1857 brach eine Gruppe von Göttinger Handwerkern mit ihren Angehörigen nach Valdivia in Chile auf. Anhand zeitgenössischer Quellen wird die Geschichte dieser Menschen in der vorliegenden Arbeit zum Leben erweckt. Ihr Fortgang fiel in die Zeit der Massenauswanderungen des 19. Jahrhunderts. Auswanderungen stellten damals keine Seltenheit dar, verliefen jedoch lokal bzw. regional unterschiedlich. In Form einer Mikrostudie dokumentiert und analysiert Mechthild Weß das Göttinger Auswanderungsgeschehen um die Jahrhundertmitte. Zugleich zeichnet sie Mentalität und Lebensverhältnisse der Göttinger Handwerker nach und macht vor diesem Hintergrund den Auswanderungsentschluß der Chileauswanderer nachvollziehbar. AutoreninfoMechthild Weß studierte Volkskunde und Germanistik in Gießen und Göttingen. Nach dem Magisterexamen war sie lange Zeit wissenschaftliche Mitarbeiterin am Göttinger Seminar für Volkskunde, jetzt Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie. 2000–01 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Geschichtswerkstatt Göttingen im Projekt "Migrationsstadt Göttingen". Seither ist sie freiberuflich im Kultur- und Museumsbereich tätig. 2003 promovierte sie mit dieser Arbeit an der Göttinger Georg-August-Universität. PressestimmenDoch das Buch ist insbesondere durch seinen methodischen Winkelzug spannend und zudem eine große Fleißarbeit, auch hinsichtlich der mitgelieferten CD-Rom, die alle dokumentierten Göttinger Überseeauswanderer 1842–1858 auf 600 Seiten kommentiert aufführt und sozialstrukturell analysiert. Die vorliegende Dissertation – sehr arbeitsaufwendig auf Grund der Durchsicht und Auswertung enormer Mengen an Akten – verfolgt einen interessanten Ansatz. 2004, IHS, Bd. 436, 294 Seiten, mit beiliegender CD-Rom, br., 29,90 EUR, ISBN 978-3-8309-1446-4
|