Wie im nationalsozialistischen Deutschland etablierte sich im faschistischen Italien eine Staatsjugend. Nachdem zunächst ehemalige Mitglieder der Staatsjugend zu Wort gekommen sind, stehen neben der Geschichte der Staatsjugend die Freizeitaktivitäten der Jugendorganisation im Vordergrund. Die Staatsjugend versuchte durch vielfältige Formen der Erlebnispädagogik, möglichst große Teile der Jugend für das Regime zu gewinnen und somit die Jugendlichen für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Inwieweit lässt sich die italienische Staatsjugend mit der deutschen Hitlerjugend vergleichen? Diese Frage wird im letzten Teil des Buches beantwortet und die vielfältigen Gemeinsamkeiten überraschen angesichts der älteren Forschung.
AutoreninfoUte Schleimer, geboren 1974 in Rheine. Studium der Lateinischen Philologie, Geschichte und der Italienistik in Münster, Bologna, Florenz (Stipendium des DAAD) und Rom (Stipendium des Deutschen Historischen Institutes in Rom). Promotion 2004. Lehrerin für Latein, Geschichte und Italienisch für Sek.I/II. PressestimmenMit der faktenreichen Rekonstruktion der O.N.B./G.I.L. liegt insgesamt eine für die deutsche jugendhistorische Forschung interessante Publikation vor. Insgesamt kann die Autorin interessante Informationen über die O.N.B. und G.I.L. vermitteln. Das überzeugende Resümee der Arbeit lautet daher: Obwohl die faschistischen Jugendformationen einen ähnlichen totalitären Anspruch hatten wie die erst später gegründete Hitlerjugend, zeigten sich in der Realität erhebliche Unterschiede, weil die HJ ihre Ziele mit der "größeren Konsequenz und Radikalität" (S. 252) zu erreichen suchte. 2004, IHS, Bd. 435, 304 Seiten, br., 34,80 EUR, ISBN 978-3-8309-1445-7
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