In der einschlägigen Literatur wird häufig behauptet, Hochbegabte an regulären Schulen seien – bedingt durch permanente Unterforderung – für die Ausbildung unrealistischer Leistungskognitionen besonders anfällig. Im Rahmen des 'Marburger Hochbegabtenprojekts' wurden multiple Vergleiche zwischen Hochbegabten und durchschnittlich Begabten, hochleistenden und durchschnittlich leistenden Gymnasiasten und unabhängigen Referenzstichproben angestellt, die Rückschlüsse auf die Angemessenheit der Kontrollkognitionen und der fachspezifisch erhobenen Attributionen Hochbegabter erlauben. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass die meisten hochbegabten Jugendlichen die Schule 'mit links' bewältigen, aber nicht 'abschalten' oder 'abheben'.
AutoreninfoCorinna Schütz, geb. 1971, Studium der Psychologie (Nebenfach Graphik & Malerei) an der Philipps-Universität Marburg, Diplom 1996, 1992–1999 als Hilfskraft im Marburger Hochbegabtenprojekt tätig, 1999–2003 wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Pädagogischen Psychologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen, Promotion 2002. Seit 2003 arbeitet sie als Psychologin in der Kinderklinik der Gießener Universität. PressestimmenJedenfalls beschreibt die Verfasserin das aufwändige methodische Vorgehen der Marburger Studie so, dass man sich in kurzer Zeit recht detailliert über Vorgehen, Stichprobe und Methoden(einschließlich der verwendeten Test- und Fragbogen und Interviewverfahren) informieren kann. Tabellen und Abbildungen unterstützen dabei das Verständnis.[…] Das Buch setzt damit die Tradition der Marburger Arbeitsgruppe fort [2,3], populäre Annahmen zur Hochbegabung kritisch zu hinterfragen, einer strengen empirischen Prüfung zu unterziehen und praktische Implikationen für die Förderung hochbegabter Kinder und Jugendlicher abzuleiten. 2004, Pädagogische Psychologie und Entwicklungspsychologie, Bd. 38, 246 Seiten, br., 25,50 EUR, ISBN 978-3-8309-1355-9
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