In seinen "Wegen zur Zeit" rekonstruiert der Autor einige der einflussreichsten Zeittheorien aus Naturwissenschaften, Philosophie und Sozialwissenschaften. Er tut dies aus einer konstruktivistischen Erkenntnishaltung heraus und entwickelt hierbei eine neue und eigenständige Zeitkonzeption, die den Ansprüchen einer interaktionistisch-konstruktivistischen Pädagogik auf dem Hintergrund postmoderner Problemlagen gerecht werden kann. Die Freilegung der ideengeschichtlichen Wurzeln verschiedener Zeittheorien machen deutlich, wie zumeist unhinterfragt übernommene, kulturell vorherrschende Zeitvorstellungen das soziale Handeln und die Vorstellungen über die Welt, uns selbst und unsere Mitmenschen prägen. Die Vielfältigkeit der rekonstruierten Zeitkonzepte manifestiert Konstruktionsmöglichkeiten für Beobachter, in denen durch Perspektivenverschiebungen, Akzentsetzungen oder Aspektwechsel "Zeit" immer wieder anders gedacht werden kann. Durch diese Dekonstruktion der objektiven und der transzendentalen Einheit von Zeit erscheint diese schließlich als ein pluralistisches Resultat sozialer Konstruktion und situationsbezogener Interaktion. AutoreninfoMichael Hasenfratz, geboren und aufgewachsen in Freiburg, hat an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Köln Diplom-Pädagogik studiert. Bereits in seiner Diplomarbeit beschäftigte er sich – allerdings aus strukturalistischer Perspektive – mit dem Phänomen des "Staunens" als einem herausgehobenen Moment subjektiver Zeitlichkeit. Mit der vorliegenden Arbeit promovierte er bei Kersten Reich. Der Autor ist derzeit Lehrbeauftragter am Seminar für allgemeine Pädagogik in Köln. 2003, Interaktionistischer Konstruktivismus, Bd. 2, 398 Seiten, br., 24,90 EUR, ISBN 978-3-8309-1336-8
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