Peter Eschenloers Geschichte der Stadt Breslau entstand zu einer Zeit, die durch die Auseinandersetzungen um den böhmischen König Georg von Podiebrad geprägt war, der als Anhänger der Lehren des Jan Hus von den katholischen Ländern und Städten als König nicht akzeptiert wurde. Peter Eschenloer war Stadtschreiber in Breslau von 1455 bis zu seinem Tod 1481. Er hat seine Chronik zunächst lateinisch verfasst (Historia Wratislaviensis) und dann eine volkssprachige Bearbeitung und Fortsetzung angeschlossen. Der Berichtszeitraum dieser Geschichte der Stadt Breslau umfasst die Jahre 1439 bis 1479 und ist zum größeren Teil aus der Rückschau geschrieben. Das Besondere an Eschenloers Chronik ist, dass aus einer sehr subjektiven Sicht die höchst detailliert ausgeführte Geschichte einer eng begrenzten Region – Schlesien bzw. Breslau – für einen überschaubaren Zeitraum (rund 40 Jahre) geboten wird, die neben einem historischen Rückblick vor allem als Lehre und Ermahnung zu bürgerlicher Eintracht und Rücksicht auf das Gemeinwohl verstanden werden soll. PressestimmenDer aus Nürnberg gebürtige Peter Eschenloer […] unisono als der wichtigste mittelalterliche Chronist Schlesiens bezeichnet […] auch seine detailfreudige Chronik […] wurde immer wieder von der Historiographie herangezogen. Umso erstaunlicher ist somit, dass ausgerechnet das genannte Hauptwerk der Wissenschaft bisher lediglich in einer gekürzten, in der Schreibweise modernisierten, teilweise fehlerhaften […] Ausgabe […] zur Verfügung gestanden hat […] Die Edition von Eschenloers Chronik war überfällig. […] (Die Editorin) versucht in der Aufbereitung des Textes nicht nur den Bedürfnissen von Historikern, sondern auch von sprachgeschichtlich interessierten Germanisten gerecht zu werden. […] Darüber hinaus führt die Editorin in einem gut 140seitigen Vorspann die mit der Chronik verbundenen Forschungsprobleme vor Augen und klärt, was nach heutigem Forschungsstand zu klären ist. [… Es] liegt eine sorgfältig gearbeitete Edition vor, die mit ihrer Orientierung an der Hs. IV F 151a der UB Breslau/Wroclaw als autornächster ma. Hs. eine solide Grundlage für die kommende Auswertung der Quelle bietet. Diese vorbildliche und verdienstvolle Edition stellt die berühmte Chronik des Breslauer Stadtschreibers Peter Eschenloer (+1481) in [der] ursprünglichen Fassung vor (die Ausgabe von J.G. Kanisch aus den Jahren 1827/28 beruhte auf teilweise sinnentstellenden neuzeitlichen Bearbeitungen). Mit der vorliegenden Edition wurde ein wichtiges Desiderat der schlesischen und europäischen Mediävistik in bespielhafter Weise erfüllt. Es sei jedem, der sich mit der Hussitenzeit in der Oberlausitz beschäftigt, unbedingt empfohlen. Im Gegensatz zu vielen anderen Chroniken ihrer Zeit hatte Eschenloer seine subjektive Sicht der Dinge in den Text bewusst miteingebracht, wobei er mit Kritik an der eigenen Bürgerschaft nicht spart. Dieser Umstand verleiht dem Text eine besondere Farbigkeit und Lebensnähe. This is an excellent and welcome critical edition of one of the most important late medieval chronicals in late medieval Europe. […] Roth has done momentous work and a tremendous service by making this critical edition availiable and so accessible. … besonders wertvoll. […] Sie ist für die Breslauer Stadtgeschichte von großer Bedeutung, darüber hinaus aber auch für die Stadtgeschichte Schlesiens im Spätmittelalter und die Geschichte der deutschen Ostgebiete. Mehrere Register, unter denen besonders das Sachreg. hervorzuheben ist, erschließen die Edition, die dem lesenswerten Werk neue Beachtung verschafft. Wie Gunhild Roth die Textgeschichte und den Überlieferungsstand präsentiert, ist vorbildlich und vorzüglich. Sie vermag die Mängel von Kunischs alter Ausgabe überzeugend darzulegen. […] Roths Ausgabe basiert auf den beiden ältesten, noch ins 15. Jh. gehörigen Textzeugen. […] Roths Handschriftenbeschreibung setzt Maßstäbe und dürfte einen guten Ankerpunkt bilden für weitere systematische Erschließungen der Handschriftenbestände des altschlesischen und -böhmischen Raums. Das gilt auch für die Transkription der Leithandschrift, die bis in orthographische Eigenheiten hinein so exakt ist, daß sie sich nach der erklärten Absicht der Herausgeberin auch als "Untersuchungsmaterial für den schlesischen Sprachstand des späten 15. Jahrhunderts" eignet. […] Die vorliegende Ausgabe bietet einen sicheren Text und gibt vielleicht Anstoß dazu, die deutschsprachigen Handschriftenbestände in Polen, die seit Jahrzehnten unbeachtet in Bibliotheken und Archiven liegen, systematisch zu sichten und zu sichern. Die anzuzeigende Edition eblegt erneut, dass mittelalterlich-neuzeitliche Stadtchroniken als histographische Quellen einerseits für die behandelte Kommune und deren Weichbild von größtem Interesse sind und andererseits auch für die näheren und weiteren Regionen wichtige ergänzende und gelegentlich relativierende Informationen enthalten. Vielfältig sind die Beziehungen und Hinweise in dieser voluminösen Chronik zur Ober-, aber auch zur Niederlausitz. […] Umso dankbarer kann man für die vorliegende Edition von Gunhild Roth sein, die ein hervorragendes Zeugnis deutscher Stadtchronistik des 15. Jahrhunderts in einer zuverlässigen und zudem noch verhältnismäßig preiswerten Ausgabe zugänglich gemacht hat. von Gunhild Roth erstmals kritisch ediert und mit einer ebenso sachkundigen wie ausführlichen Einleitung versehen […] Roths exzellenter Edition 2003, 1120 Seiten, in zwei Bänden, geb., 69,90 EUR, ISBN 978-3-8309-1253-8
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