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Monika Bergmeier

Umweltgeschichte der Boomjahre 1949–1973

Das Beispiel Bayern


Die Wirtschaftswunder- und Boomjahre 1949–1973 waren begleitet von weitreichenden Folgen für die Umwelt. Die Arbeit untersucht am Beispiel des Landes Bayern, wie Umweltbelastungen wahrgenommen und bewertet wurden und welche Umweltkonflikte im Vordergrund standen. Im Mittelpunkt stehen die Sichtweisen von Politik und Verwaltung, aber auch die von Wirtschaft, Wissenschaft und Öffentlichkeit. Die Arbeit zeigt, dass zentrale Forderungen der gegenwärtigen Debatte um eine dauerhaft-umweltgerechte Entwicklung bereits damals erhoben worden waren, sich jedoch nicht durchsetzen konnten. Ergebnis ist, dass die Umweltgeschichte der Wirtschaftswunder- und Boomjahre nicht die Geschichte eines mangelnden Umweltbewusstseins ist, sondern die Geschichte einer durchaus bewussten Verhinderung ökologisch orientierter Politik.

Autoreninfo

Monika Bergmeier studierte Wirtschaftswissenschaften und promovierte in Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Sie lehrte und forschte zunächst an der Universität München, anschließend an der FU Berlin. Zur Zeit forscht sie über die Geschichte umweltfreundlicher Energietechniken im 20. Jahrhundert in Deutschland und den USA.

Pressestimmen

Die Arbeit zeigt, dass gegenwärtige Forderungen bezüglich einer dauerhaft umweltgerechten Entwicklung bereits damals erhoben worden waren, sich jedoch nicht durchsetzen konnten, Ergebnis ist, dass die Umweltgeschichte der Wirtschaftswunder- und Boomjahre nicht die Geschichte eines mangelnden Umweltbewusstseins ist, sondern die Geschichte einer bewussten Verhinderung ökologisch orientierter Politik.
Aus: BN aktiv, Dez. 2002, S. 17

Die Geschichte der Umweltpolitik in der Bundesrepublik setzte Anfang der 1970er Jahre ein – dieses Bild vermittelt uns die entsprechende Geschichtsschreibung. Aber was passierte eigentlich vorher, in den Wirtschaftswunder- und Boomjahren? Gab es da keine Umweltprobleme? Oder wurden sie zu dieser Zeit nicht erkannt? Oder konnte die Politik nicht reagieren? Diesen Fragen ist Monika Bergmeier in ihrer profunden und anschaulichen Arbeit nachgegangen.
Aus: Nachrichten aus der Umweltbibliothek Leipzig. No. 14. I/2003. S. 2

Auf breiter Quellengrundlage untersucht die Autorin am bayerischen Beispiel […] wie Umweltbelastungen wahrgenommen und bewertet wurden, welche Umweltkonflikte im Mittelpunkt standen. Ein zentrales Ergebnis dieser Studie lautet: Die Umweltgeschichte der "Wirtschaftswunderzeit" ist nicht die Geschichte eines mangelnden Umweltbewusstseins, sondern die Geschichte einer bewussten Verhinderung ökologisch ausgerichteter Politik.
Aus: Geschichte, Politik und ihre Didaktik. 31. Jg. 2003, H. 1/2, S. 165.

Das Buch beruht auf gründlichen Recherchen (…)
Michael Wettengel in: Historische Zeitschrift. Band 276/2003. S. 842f.

Die Stärke der Arbeit liegt in ihrem hohen textanalytischen Potential und in ihrer bemerkenswerten Sachkenntnis ökologischer Zusammenhänge, mit der die ausgewählten Dokumente ausgewertet wurden.
Stephan Deutinger in: Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte. Bd. 66. H. 2/2003. S. 743ff.

Bergmeier's interesting and very useful study of Bavaria makes an important contribution to our understanding of the political and legal climate that shaped West Germany's response to environmental problems. The book poses provocative questions for the future research and will be of particular interest to environmental, legal, economic, and social historians.
Sandra Chaney in: H-German. H-Net Reviews. May 2004. URL: http://www.h-net.msu.edu/reviews/showrev.cgi?path=99301085172971/

Hervorzuheben sind an Bergmeiers Buch vor allem drei Dinge: Erstens der detaillierte Nachweis der in Fachkreisen z. T. weit fortgeschrittenen umweltpolitischen Debatten in den fünfziger und sechziger Jahre; zweitens der Befund, dass sich wirtschaftliche Interessen und Schutz der Umwelt in diesem Zeitraum keineswegs grundsätzlich ausschlossen (S. 271): und drittens das Plädoyer der Autorin für eine stärkere Berücksichtigung rechtlicher Rahmenbedingungen in der Umweltgeschichtsschreibung, das angesichts der von ihr exemplarisch aufgezeigten Bedeutung der Raumordnungsverfahren für den Umweltschutz (S. 185ff.) sehr plausibel erscheint. […] Für die Fachöffentlichkeit dürfte das Buch wegen der verdienstvollen Aufbereitung des Archivmaterials und wegen der Hinweise auf eine ganze Reihe von Forschungslücken von einigem Interesse sein.
Peter Kramper in: Vierteljahrsschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. 91. Band. H. 272004. S. 271f.

In [den] schlüssig analysierten Fallbeispielen liegt die Stärke des Buches.
Kai F. Hünemörder in : Das historisch-politische Buch, 52. Jg. 2004, Heft 3, S. 297.

Bergmeier [vermittelt] informative und wichtige Einblicke in das umweltpolitische Denken und Handeln von Politik und Verwaltung in Bayern. Und sie gibt zahlreiche Anregungen für weitere wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema. Denn für eine umfassende Umweltgeschichte Bayerns nach dem 2. Weltkrieg ist noch ein gehöriges Maß an Forschungsarbeit zu leisten.
Andreas Eichmüller in: sehepunkte 3 (2003), Nr. 7/8, [URL: http://www.sehepunkte.historicum.net/2003/07/2126.html]


2002, 320 Seiten, br., 29,90 EUR, ISBN 978-3-8309-1175-3

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