|
|
Dieter Gerhard Morsch
Die Portalhalle im Freiburger Münsterturm
|
"Die Portalhalle im Freiburger Münsterturm" wird in diesem Buch im Zusammenhang mit den Westteilen des Münsters dargestellt. Morsch revidiert dabei in vielen Punkten ältere Forschungsthesen zur Baugeschichte und überrascht damit selbst gute Kenner des Baus. Bei der Analyse der Portalhalle koordiniert er methodisch die Bau- und Ausstattungsgeschichte und verknüpft dabei die Ergebnisse über die Bauverbände, die Bauornamentik und die Skulpturen. Daneben gelingt es ihm, das Eindringen straßburgischer Figurenmotive in die Entstehungsgeschichte einzuordnen, ohne Traditionalismen der Freiburger Bauhütte und andere auswärtige Einflüsse zu vernachlässigen. Diese differenzierten Forschungsergebnisse waren erst durch genaue Beobachtungen auf den Gerüsten der laufenden Restaurierung möglich.
Der Autor, der nicht nur Kunsthistoriker, sondern auch Diplomtheologe ist, rundet die Gesamtdarstellung der Portalhalle mit einer ikonographisch-theologischen Deutung des Bildprogramms ab. Das christozentrische Programm folgt dabei einer Grundkonzeption, die auf der Mittelachse des Portals drei entscheidende Heilsereignisse platziert: die Inkarnation, die Kreuzigung und die Wiederkunft Christi zum Gericht. Dieser triadischen Gliederung schließen sich die übrigen Themenbereiche an, auf die ausführlich eingegangen wird. Neben der Struktur des Bildprogramms sind die theologischen, die frömmigkeitsgeschichtlichen und die pastoralen Tendenzen der Entstehungszeit in den Blick genommen, die nicht zuletzt die hohe Qualität des Programms in der Portalhalle ausmachen.
2001, Studien zur Kunst am Oberrhein, Bd. 1, 212 Seiten, 45 Abb., br., 34,80 EUR, ISBN 978-3-8309-1026-8
|
|