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Christian Giordano, Roberta Colombo Dougoud, Elke-Nicole Kappus (Hrsg.)

Interkulturelle Kommunikation im Nationalstaat

1998, Münchener Beiträge zur Interkulturellen Kommunikation, Band 6, 350 Seiten, broschiert, 36,80 €, ISBN 978-3-89325-642-6

Inhalt

Interkulturelle Kommunikation als zwischenmenschliche Interaktionsform findet nicht im luftleeren Raum statt. Vielmehr ist sie in einen breiteren gesellschaftlichen Diskurs eingebettet und wird durch soziale und politische Rahmenbedingungen strukturiert. Die Erforschung der interkulturellen Kommunikation, d. h. der direkten Kommunikation zwischen Menschen verschiedener Kulturen, muß daher stets deren Positionierung im weiteren institutionellen, sozialen und politischen Umfeld berücksichtigen.

Die unverändert „nationale“ Logik, auf der selbst internationale Organisationen wie die UNO, NATO, EU, ASEAN u. a. basieren, zeigt, daß der „Nation“ und dem „Nationalstaat“ auch in der fortschreitenden „interkulturellen“ und „internationalen“ Vernetzung der Welt noch immer eine ganz besondere Rolle als politisches und soziales Ordnungsprinzip zukommen, so daß der (National-)Staat und die staatlichen Organisationen in die Analyse interkultureller Kommunikationsprozesse notwendigerweise mit einbezogen werden müssen.

Die Beiträge dieses Sammelbandes versuchen, aus sozial- und kulturwissenschaftlicher Sicht eine Fülle von Aspekten, Perspektiven, theoretischen und methodischen Ansätzen zur interkulturellen Begegnung im Rahmen des Nationalstaates vorzustellen.

Aus dem Inhalt

Theoretische Betrachtungen zur interkulturellen Kommunikation

Wolf-Dietrich Bukow, Roberta Llaryora: Interkulturelle Kommunikation als politischer Diskurs

Ulrike Krasberg: Kultur als Ethnographie der Grenzüberschreitung

Anton Sterbling: Der ambivalente Beitrag der Intellektuellen in der interkulturellen Kommunikation

Juliana Roth: Wir und die Anderen. Deutsch-russische Kommunikation im Postsozialismus

Interkutlturelle Kommunikation im (inter-)nationalen Kontext

Detlev Nothnagel: Institutionelle Aspekte interkultureller Kommunikation. Ein Vergleich britischer, deutscher, französischer und italienischer Kommunikationsstile

Alois Moosmüller: Der Umgang mit kultureller Andersheit. Deutsch-japanische und amerikanisch-japanische Interaktion in multinationalen Unternehmen

Erika Dettmar: Die interkulturelle Zusammenarbeit im Kontext wirtschaftlicher Intergruppenbeziehungen

Barbara Waldis: Binationale Paare und staatliche Grenzen

Francesca Nardin: Interkulturelle Kommunikation entlang institutionalisierter Sprachgrenzen. Das Beispiel Südtirol

Asker Kartari: Interkulturelle Kommunikation als Lösungsstrategie für Maßnahmen gegen Terroraktionen in der Türkei

Interkulturelle Kommunikation im historisch multikulturellen Raum

Elka Tschernokoshewa: Grenze als Heimat. Über Reines und Gemischtes

Borut Brumen: Grenzen, lokale Identitäten und interkulturelle Kommunikation im istrianischen Dorf Sv. Peter

Róbert Keményfi: Zur Rolle der Kulturgeographie in der Interkulturellen Kommunikation. Ethnische Raumstruktur multiethnischer Ansiedlungen in Ungarn

Rainer Alsheimer: Über Niedersachsen und Andere in Niedersachsen. Skizzen zu einer Ethnogenese

Gabriella Schubert: Sprache in Abgrenzungsstrategien im ehemaligen Jugoslawien

Interkulturelle Kommunikation im Migrantenkontext

Klaus Brake: Tendenzen zur Ethnisierung und Nationalisierung Rußlanddeutscher

Reginald Byron: Einen Tag lang Ire sein. Die St. Patrick's Day-Parade als Ausdruck kultureller Integration in die Vereinigten Staaten

Peter Menzel: Ethnopsychoanalytische Gespräche als Datenerhebungsmethode in der Interkulturellen Kommunikation. Auswertung eines Fallbeispiels aus einer Feldstudie in einem Krankenhaus

Irene Götz, Harro Honolka: Nationale Identität und das Zusammenleben mit Fremden in Deutschland. Ein Forschungsprojekt

Marco Heinz: Persistenz versus Assimilation. Serbische Roma in der Bundesrepublik Deutschland