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Inhalt
Interkulturelle Kommunikation als zwischenmenschliche Interaktionsform findet nicht im luftleeren Raum statt. Vielmehr ist sie in einen breiteren gesellschaftlichen Diskurs eingebettet und wird durch soziale und politische Rahmenbedingungen strukturiert. Die Erforschung der interkulturellen Kommunikation, d. h. der direkten Kommunikation zwischen Menschen verschiedener Kulturen, muß daher stets deren Positionierung im weiteren institutionellen, sozialen und politischen Umfeld berücksichtigen.
Die unverändert „nationale“ Logik, auf der selbst internationale Organisationen wie die UNO, NATO, EU, ASEAN u. a. basieren, zeigt, daß der „Nation“ und dem „Nationalstaat“ auch in der fortschreitenden „interkulturellen“ und „internationalen“ Vernetzung der Welt noch immer eine ganz besondere Rolle als politisches und soziales Ordnungsprinzip zukommen, so daß der (National-)Staat und die staatlichen Organisationen in die Analyse interkultureller Kommunikationsprozesse notwendigerweise mit einbezogen werden müssen.
Die Beiträge dieses Sammelbandes versuchen, aus sozial- und kulturwissenschaftlicher Sicht eine Fülle von Aspekten, Perspektiven, theoretischen und methodischen Ansätzen zur interkulturellen Begegnung im Rahmen des Nationalstaates vorzustellen.
Aus dem Inhalt
Theoretische Betrachtungen zur interkulturellen Kommunikation
Wolf-Dietrich Bukow, Roberta Llaryora: Interkulturelle Kommunikation als politischer Diskurs
Ulrike Krasberg: Kultur als Ethnographie der Grenzüberschreitung
Anton Sterbling: Der ambivalente Beitrag der Intellektuellen in der interkulturellen Kommunikation
Juliana Roth: Wir und die Anderen. Deutsch-russische Kommunikation im Postsozialismus
Interkutlturelle Kommunikation im (inter-)nationalen Kontext
Detlev Nothnagel: Institutionelle Aspekte interkultureller Kommunikation. Ein Vergleich britischer, deutscher, französischer und italienischer Kommunikationsstile
Alois Moosmüller: Der Umgang mit kultureller Andersheit. Deutsch-japanische und amerikanisch-japanische Interaktion in multinationalen Unternehmen
Erika Dettmar: Die interkulturelle Zusammenarbeit im Kontext wirtschaftlicher Intergruppenbeziehungen
Barbara Waldis: Binationale Paare und staatliche Grenzen
Francesca Nardin: Interkulturelle Kommunikation entlang institutionalisierter Sprachgrenzen. Das Beispiel Südtirol
Asker Kartari: Interkulturelle Kommunikation als Lösungsstrategie für Maßnahmen gegen Terroraktionen in der Türkei
Interkulturelle Kommunikation im historisch multikulturellen Raum
Elka Tschernokoshewa: Grenze als Heimat. Über Reines und Gemischtes
Borut Brumen: Grenzen, lokale Identitäten und interkulturelle Kommunikation im istrianischen Dorf Sv. Peter
Róbert Keményfi: Zur Rolle der Kulturgeographie in der Interkulturellen Kommunikation. Ethnische Raumstruktur multiethnischer Ansiedlungen in Ungarn
Rainer Alsheimer: Über Niedersachsen und Andere in Niedersachsen. Skizzen zu einer Ethnogenese
Gabriella Schubert: Sprache in Abgrenzungsstrategien im ehemaligen Jugoslawien
Interkulturelle Kommunikation im Migrantenkontext
Klaus Brake: Tendenzen zur Ethnisierung und Nationalisierung Rußlanddeutscher
Reginald Byron: Einen Tag lang Ire sein. Die St. Patrick's Day-Parade als Ausdruck kultureller Integration in die Vereinigten Staaten
Peter Menzel: Ethnopsychoanalytische Gespräche als Datenerhebungsmethode in der Interkulturellen Kommunikation. Auswertung eines Fallbeispiels aus einer Feldstudie in einem Krankenhaus
Irene Götz, Harro Honolka: Nationale Identität und das Zusammenleben mit Fremden in Deutschland. Ein Forschungsprojekt
Marco Heinz: Persistenz versus Assimilation. Serbische Roma in der Bundesrepublik Deutschland
