Münster
New York
München
Berlin
Inhalt
Welchen Bedingungen unterliegt die erfolgreiche Bewältigung von Beanspruchung im Lehrerberuf? Zur Ergründung dieser Frage beginnt der Autor mit der Analyse von Konzepten der Beanspruchung und Bewältigung und ihrer Anwendungen in der Lehrerforschung. Auf der erarbeiteten Basis wird ein eigener Ansatz generiert, der sich durch ein interaktionistisches, salutogenetisches und biografisches Verständnis auszeichnet. Dieser Ansatz bietet in theoretischer und methodischer Hinsicht ein Rahmenmodell, um eine Interviewstudie mit 155 Abgängern der Primarlehrerausbildung im Kanton Bern (Schweiz) anzuleiten.
Die aus der Retrospektive bilanzierten Berufserfahrungen, die sich über einen Zeitrum von bis zu 40 Jahren erstrecken, schliessen Karrierewege sowohl von "berufstreuen" Lehrern als auch Berufswechslern ein. Damit werden für die Erforschung von Anforderungen und Ressourcen im Lehrerberuf bisher unerforschte Perspektiven erschlossen. Aus der Vielfalt der Ergebnisse lassen sich Folgerungen ableiten, die Bildungsforscher, Weiterbildner, Berater, Schulleiter, Schüler und deren Eltern sowie die Lehrer selbst in die Pflicht nehmen. Ihnen obliegt die gemeinsame Aufgabe, Bedingungen für den professionellen Umgang des Lehrers mit seinem beruflichen Alltag zu schaffen.
Autoreninfo
Silvio Herzog, geb. 1971. Tätigkeit als Primarlehrer. Studium der Pädagogik und Kommunikationswissenschaft an den Universitäten Bern und Fribourg. Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Bern. Forschungsbeauftragter der Pädagogischen Hochschule Bern. Seit 2006 Leiter des Leistungsbereichs Weiterbildung und Zusatzausbildungen der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz, Hochschule Luzern.
Pressestimmen
Forschungsmethodisch gelingt Silvio Herzog in seiner eigenen Untersuchung eine Kombination mehrerer Zugangsweisen, was eine differenzierte Diskussion und Relativierung einzelner Konzepte auf dem Hintergrund quantitativ und qualitativ erhobener Ergebnisse erlaubt.
Stefan Albisser in: ph/akzente 1/2008.
Zudem gelingt es Herzog, unter Berücksichtigung der berufsbiografischen Entwicklungsverläufe einer häufig anzutreffenden negativen Darstellung der „kollektiv ausgebrannten“ Lehrerschaft und der scheinbar alternativlos negativ verlaufenden Lehrerkarrieren ein Bild von den Lehrkräften theoretisch fundiert und auf empirischer Grundlage entgegen zu stellen, denen eine erfolgreiche Bewältigung der beruflichen Beanspruchungen in ihrer Berufslaufbahn größtenteils gelingt und deren Biografie keinesfalls durch fortwährende berufliche Tiefs geprägt wird, sondern eher durch einen Wechsel von beruflichen Hochs und Tiefs mit dem Trend zur Stabilisierung des beruflichen Wohlbefindens mit zunehmender Berufsdauer. Alles in allem ein erfreulich normales Berufsbild.
Martin Rothland in: Schweizerische Zeitschrift für Bildungswissenschaften 30. 3. 2008.
